
Eine seltene bakterielle Infektion sorgt für Aufmerksamkeit: Sie breitet sich in Deutschland aus, inzwischen wurden mehrere Fälle bestätigt. Besonders ungewöhnlich ist, wie sich der Erreger offenbar verbreiten könnte.
Erst wirkt es wie ein harmloser Pickel oder Ausschlag, doch dahinter kann etwas Ungewöhnliches stecken: In Deutschland häufen sich Fälle einer seltenen Infektion.
Plötzlich sind auch die Menschen betroffen
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seit Dezember 2025 insgesamt sechzehn bestätigte Fälle in Deutschland registriert. Betroffen sind unter anderem Berlin und Brandenburg. Die Erkrankung trägt einen ungewöhnlichen Namen: Dermatophilose. Umgangssprachlich wird sie auch Regenfäule oder Regenekzem genannt. Auslöser ist das Bakterium Dermatophilus congolensis. Der Erreger ist aus der Veterinärmedizin schon lange bekannt und befällt vorwiegend Tiere wie Pferde und Rinder.
Beim Menschen kann die Infektion ziemlich unspektakulär beginnen. Möglich sind gerötete oder empfindliche Hautstellen, Knötchen, Pickel und Pusteln. Auch schuppige oder verkrustete Bereiche, Bläschen und kleine Wunden können auftreten. Dazu kommen mitunter Juckreiz oder ein brennendes Gefühl. Die Hautveränderungen können an ganz unterschiedlichen Körperstellen auftauchen – etwa an Händen, Armen und Beinen, aber auch im Gesicht oder im Leisten- und Genitalbereich. Ein bestimmtes Erscheinungsbild reicht allerdings nicht für eine Diagnose. Zahlreiche andere Hautkrankheiten können ähnlich aussehen. Ob tatsächlich Dermatophilus congolensis dahintersteckt, muss deshalb medizinisch untersucht werden.
Enge Kontakte rücken nun in den Fokus
Lange galten Erkrankungen beim Menschen als selten und standen primär mit Kontakt zu infizierten Tieren in Verbindung. Die aktuellen Fälle in Europa sorgen nun für Aufmerksamkeit, weil sie Hinweise auf einen anderen Übertragungsweg liefern. Im Mittelpunkt steht insbesondere enger Hautkontakt – darunter auch sexuelle Kontakte. Bei den deutschen Fällen spielten nach den vorliegenden Angaben Besuche sogenannter sexpositiver Saunen eine Rolle. Zudem wird untersucht, ob gemeinsam genutzte Oberflächen in feuchtwarmen Umgebungen eine Rolle bei der Verbreitung spielen könnten.
Grund zur Panik besteht nach derzeitiger Einschätzung dennoch nicht: Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung gilt als niedrig. Die bislang bekannten menschlichen Infektionen verlaufen überwiegend mild. Häufig verschwinden die Hautveränderungen von selbst; falls eine Behandlung nötig ist, sprechen die Infektionen in der Regel gut auf ärztlich verordnete Antibiotika an. Der Name Regenfäule klingt dabei weitaus dramatischer, als er gemeint ist. Er geht darauf zurück, dass Feuchtigkeit und hohe Luftfeuchtigkeit die Erkrankung bei Tieren begünstigen können. Mit tatsächlicher Fäulnis hat die Infektion nichts zu tun.
(Quellen: RKI, FITBOOK)














