
Immer mehr Autohersteller expandieren und setzen auf Masse. Nun kommt die Sensation auch hierzulande. Kein anderer als Mercedes will einen Mega-Standort ausbauen und setzt damit ein klares Signal Richtung Deutschland.
Ein großer deutscher Autobauer ordnet seine Produktion neu und setzt auf einen Standort, der künftig eine Schlüsselrolle in Europa übernehmen soll. Der Mega-Standort, den der Autobauer vorsieht, hat Folgen für Deutschland.
Die Autoindustrie steht vor einer Richtungsentscheidung
Die europäische Automobilbranche befindet sich im größten Wandel seit Jahrzehnten. Elektromobilität, Digitalisierung und wachsender Konkurrenzdruck zwingen Hersteller dazu, ihre Produktionsnetzwerke neu auszurichten. Immer häufiger fließen Investitionen dorthin, wo Fahrzeuge schneller und wirtschaftlicher gebaut werden können. Nicht nur neue Modelle entscheiden heute über den Erfolg eines Herstellers, sondern auch moderne Fabriken mit flexiblen Produktionslinien. Viele Werke können inzwischen Verbrenner, Hybrid- und Elektroautos auf derselben Fertigungslinie montieren. Das macht Unternehmen deutlich anpassungsfähiger.
Ein Verbrauchertipp: Wer ein Neufahrzeug bestellt, sollte sich vom Produktionsland nicht verunsichern lassen. Große Hersteller arbeiten weltweit nach einheitlichen Qualitätsstandards. Wichtiger sind Garantiebedingungen, Werkstattnetz, Ersatzteilversorgung und Ausstattung als der Ort der Endmontage.
Mercedes-Benz verdoppelt Produktion – ein Werk ist neues Schwergewicht
Mercedes-Benz hat seinen Standort im ungarischen Kecskemét massiv erweitert. Mit neuen Produktionshallen steigt die Fertigungskapazität auf bis zu 400.000 Fahrzeuge pro Jahr. Damit entwickelt sich das Werk zum größten Mercedes-Produktionsstandort Europas und weltweit zur Nummer zwei hinter dem Werk in Peking. Rund eine Milliarde Euro investierte der Konzern in den Ausbau. Künftig entsteht dort, so der Plan, eine kompakte Variante der beliebten G-Klasse. Außerdem bereitet Mercedes das Werk auf weitere neue Modelle vor. Dank eigener Batteriemontage und flexibler Produktionslinien können dort sowohl Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor als auch Elektroautos gefertigt werden.
Der Ausbau erfolgt jedoch in einer Phase, in der Mercedes seine weltweiten Produktionskapazitäten insgesamt reduziert. Bis 2028 soll die maximale Fertigung auf rund 2,2 Millionen Fahrzeuge sinken. Gleichzeitig werden die Kapazitäten deutscher Werke weiter verringert, während der Anteil der Produktion in kostengünstigeren europäischen Ländern wächst. Für die deutschen Standorte gilt diese Entscheidung deshalb als wichtiges Signal. Sie zeigt, dass Mercedes seine Produktion künftig noch stärker an Kosten, Flexibilität und internationaler Wettbewerbsfähigkeit ausrichtet. Welche Folgen das langfristig für einzelne Werke haben wird, dürfte sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
(Quellen: Handelsblatt, Mercedes-Benz, Bloomberg, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














