Seuche: Ministerium warnt vor Ausbreitung in deutschen Wäldern

Auf dem Bild stehen zahlreiche Personen in grünen Schutzanzügen, Gummistiefeln, Masken und Handschuhen draußen im Wald. Sie wirken wie ein Einsatzteam, vermutlich bei einer Übung oder Notfallmaßnahme.
Symbolbild © imago/Markus Matzel

Kommt es zu einem Seuchenausbruch, greifen weltweit festgelegte Abläufe, um die Ausbreitung einer Krankheit einzudämmen und die Bevölkerung zu schützen. Das Ministerium warnt jetzt vor einer Ausbreitung in deutschen Wäldern.

Bereits vor einigen Wochen registrierten Fachleute die ersten Fälle, inzwischen häufen sich die Meldungen. Besonders Spaziergänger mit Hunden sowie Pilzsammler gelten als gefährdet. Auch wenn Menschen nicht direkt betroffen sind, gelten nun strenge Maßnahmen.

Seuche breitet sich in deutschen Wäldern aus

Wenn die Temperaturen sinken und sich die Blätter in Rot- und Goldtönen färben, zieht es jedes Jahr unzählige Menschen hinaus in die Wälder. Spaziergänger, Familien und Ausflügler genießen das Rascheln des Laubs unter den Füßen, sammeln Pilze oder suchen Ruhe und Abstand vom Alltag. Der Herbst gilt für viele als ideale Jahreszeit, um die Natur intensiv zu erleben. Doch wo derzeit besonders viele Menschen unterwegs sind, lauern auch Risiken, die bislang kaum Beachtung fanden. In einer Region breitet sich nun die Seuche aus.

Besonders problematisch sind nach Behördenangaben achtlos weggeworfene Essensreste. Vor allem Fleischprodukte können das Virus enthalten. Gelangen sie in den Wald, besteht das Risiko, dass Wildschweine sich infizieren und die Krankheit weitertragen. Daher appelliert das Landwirtschaftsministerium eindringlich, Abfälle nur in geschlossenen Behältern zu entsorgen.

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Ministerium warnt vor Ausbreitung in deutschen Wäldern

Um die Seuche einzudämmen, gelten in den betroffenen Regionen strenge Vorgaben. Dazu zählen Sperrzonen, in denen Waldbesucher Wege nicht verlassen dürfen. Pilze dürfen nicht gesammelt werden, und Hunde sollten an der Leine bleiben. Verstöße können mit Bußgeldern zwischen 30 und 25.000 Euro geahndet werden. Die Behörden haben bislang 114 Kilometer Schutzzäune errichtet, um das Kerngebiet von etwa 143.000 Hektar zu sichern. Ziel bleibt es, die Ausbreitung auf ein kleines Areal zu begrenzen und eine Übertragung auf Hausschweine zu verhindern.

In den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein und im Hochsauerlandkreis laufen die Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) weiter auf Hochtouren. Nach Angaben des NRW-Landwirtschaftsministeriums sind Suchteams mit Hunden und Drohnen im Einsatz und haben bislang rund 100 Quadratkilometer Waldfläche durchsucht. Vor dreieinhalb Monaten war in Kirchhundem im Kreis Olpe das erste infizierte Wildschwein in Nordrhein-Westfalen entdeckt worden. Seither wurden in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein rund 170 weitere tote Tiere positiv getestet.