Seuchen-Ausbruch in Deutschland: „Tote Tiere fallen vom Himmel“

Personen in weißen Schutzanzügen von der Gesundheitsbehörde entsorgen einen großen verstorbenen Vogel, um die Vogelgrippe einzudämmen. Sie stehen auf einem blauen Container vor einem grauen Gebäude.
Symbolbild © imago/Xinhua

Jetzt wird mit dem Finger auf die vermeintlich Schuldigen gezeigt: Ein Seuchen-Ausbruch in Deutschland führt zu hitzigen Debatten. Experten erklären, wer als „Übeltäter“ zur rasanten Ausbreitung beigetragen haben soll. 

Die Stimmung kippt. Dieser Seuchen-Ausbruch sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Nun üben Experten scharfe Kritik, weil sich die Situation dramatisch zuspitzt.

Alarmierende Ausbreitung: Seuchen-Ausbruch in Deutschland schreitet voran

Zahlreiche Tiere fallen dieser sich rasant ausbreitenden Seuche zum Opfer. Laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) steigt der Anteil in Deutschland weiter an. Viele Lebewesen tötet man vorsorglich. Wichtig für Verbraucher: Das Fleisch darf nicht verarbeitet werden und landet dementsprechend auch nicht im Handel. Grund zur Sorge gibt es aufgrund von hohen Sicherheitsstandards beim Konsum zwar nicht, aber die Ausbreitung ist dennoch alarmierend.

Deshalb wird jetzt erneut Kritik laut, denn es ist nicht das erste Mal, dass Deutschland von dieser Pest heimgesucht wird. Experten sind überzeugt, dass es mindestens einen Mitverantwortlichen für die tragische Situation gibt. Reaktionen in den sozialen Netzwerken zeigen, dass viele Bürger diese Meinung ebenfalls vertreten.

Laut Experten: Wer die Verantwortung für die Seuchen-Krise tragen soll

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Ornithologen (Wissenschaftler für Vogelkunde) sehen einen klaren Zusammenhang zur Geflügelwirtschaft. Sie glauben, dass diese mitunter die Schuld für die rasante Ausbreitung trägt. Demnach sollen die Haltebedingungen in der Geflügelindustrie, etwa mangelnde Hygiene in großen Betrieben, das Geschehen beschleunigen. Zugleich gilt die Branche als lukrativ, was eine offene Auseinandersetzung wohl verkompliziert. „Das ist der Preis der Massentierhaltung“, kommentiert eine Person die Meldung auf Instagram. „Es zerreißt mir das Herz“, heißt es weiter.

Das ursprünglich in Asien entdeckte Virus H5N1, ein sogenanntes Influenza-A-Virus, konnte später auch über die Grenzen hinaus nachgewiesen werden, etwa in europäischen Ländern. Es sorgt für schwere gesundheitliche Folgen bei den Tieren und endet oft tödlich. Mittlerweile wurden betroffene Vögel unter anderem in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Brandenburg entdeckt. In Sachsen-Anhalt sollen Kraniche regelrecht „vom Himmel fallen“. Von der Geflügelpest sind üblicherweise Wildvögel betroffen. Im Herbst herrscht durch den Vogelzug Hochsaison, sodass sich beispielsweise auch Hühner und Puten schneller infizieren.

(Quellen: Friedrich-Loeffler-Institut, eigene Recherche der ka-insider-Redakteure)