Sichtbar: Hochansteckendes Virus breitet sich in Deutschland aus

Eine Person in gelber Schutzkleidung legt Müllsäcke mit kontaminierter Kleidung vor ein Zelt. Es handelt sich womöglich um den Ausbruch einer Seuche.
Symbolbild © imago/photothek

Ein bedrohliches Virus breitet sich in Deutschland aus. Bislang sind wir von der neuen, gefährlicheren Variante verschont geblieben. Doch nun wird es Zeit, sich zu wappnen.

Schon wieder breitet sich ein Virus in Deutschland aus – beziehungsweise handelt es sich dabei um eine aktuelle, veränderte Variante des Erregers. Die Bedrohung ist spürbar, die Unsicherheit wächst. Denn eigentlich galt dieser Erreger längst als besiegt.

Die Schatten der Vergangenheit scheinen uns einzuholen

Während derzeit das H5N1-Virus etliche Rinderherden in den USA befällt und gefühlt nichts dagegen unternommen wird, müssen wir uns auch hier mit einem neuen Erreger herumplagen. Denn inzwischen ist auch bei uns der erste Fall der neuen Mpox-Variante „Klade Ib“ aufgetreten. Bislang grassierte dieser Typ nur in afrikanischen Ländern – doch jetzt breitet sich das mutierte Virus offensichtlich auch in Deutschland aus. Besonders alarmierend: Die Infektion ist nicht mehr nur eine abstrakte Bedrohung, sondern „sichtbar“ – erkennbar an den typischen Hautausschlägen, die bei den Erkrankten auftreten. Trotz der Bemühungen der Gesundheitsbehörden nimmt die Zahl der Betroffenen stetig zu. Zwar haben wir es hierzulande erst mit einem nachgewiesenen Fall zu tun. Aber in Ländern wie Nigeria, Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo tobt Mpox unaufhörlich.

Mpox war früher unter dem Namen „Affenpocken“ bekannt. Das Virus wird durch direkten Hautkontakt oder auch den Austausch von Körperflüssigkeiten übertragen. Ursprünglich stammt der Erreger aus tierischen Wirten, die in Afrika zu Hause sind. Trotz des „affigen“ Namens springen vor allem Nagetiere auf Mpox an. Beim Menschen konnte man das Virus in den 70er Jahren das erste Mal nachweisen, übertragen vermutlich durch Bisse oder Kratzer. 2022 kam es dann zu einem größeren Ausbruch weltweit, als sich das Virus außerhalb Afrikas rapide verbreitete. Zurückzuführen ist das zum einen auf die global gestiegene Mobilität. Allerdings impfen wir uns auch kaum noch gegen Pocken im Allgemeinen, was diese Expansion zusätzlich begünstigt. Doch während man dachte, Mpox unter Kontrolle gebracht zu haben, breitet sich das Virus seit Monaten wieder in Afrika – und nun auch in Deutschland – aus.

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Ein entscheidender Katalysator für die Ausbreitung ist die steigende globale Mobilität

Für die meisten Menschen bleibt Mpox glücklicherweise eine beherrschbare Erkrankung. Doch die neue Variante Klade Ib birgt leider ein höheres Risiko für schwere Verläufe mit schlimmen Hautausschlägen. Um sich zu schützen, muss man direkten Kontakt mit infizierten Personen vermeiden. Bei Verdacht auf eine Ansteckung sollte man sich sofort isolieren und umgehend medizinischen Rat einholen.

Übrigens: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die „Affenpocken“ (Monkeypox) im Jahr 2022 offiziell in „Mpox“ umgenannt. Damit möchte man Stigmatisierungen und diskriminierende Assoziationen verhindern.