Sichtungen: Riesiger Seeadler breitet sich in Deutschland aus

Ein Seeadler hat seine Flügel in voller Breite aufgespannt und fliegt gerade über einen See hinweg. Im Hintergrund sieht man verschwommen die Berge sowie einen strahlend blauen Himmel mit einigen Wolken.
Symbolbild © istockphoto/Gannet77

Naturschützer können eine erfreuliche Nachricht überbringen: Der Seeadler breitet sich in Deutschland wieder aus. Man kann sogar einige Exemplare direkt bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten.

Die Rückkehr des gigantischen Greifvogels gilt als echter Meilenstein für die heimische Wildnis. Was genau hinter dem überraschenden Liebesepos der Natur steckt, zeigt ein genauerer Blick auf die aktuellen Reviere.

Zuletzt fast ausgestorben: Seeadler extrem selten

Vogelliebhaber und andere Interessierte kommen derzeit voll auf ihre Kosten, wenn sie bestimmte Orte in Deutschland aufsuchen. In einem Bundesland kann man sogar gleich drei Brutpaare beobachten. Dabei galt der Seeadler hierzulande als fast ausgestorben. Nur noch selten bekam man diese prächtigen Raubvögel zu sehen. Möglich gemacht haben dies strikte Schutzmaßnahmen, die Deutschlands größten Greifvogel dazu veranlassten, hierzulande wieder heimisch zu werden. Experten gehen Schätzungen zufolge davon aus, dass es in Deutschland eine stabile Seeadler-Population von derzeit ca. 1.000 Brutpaaren gibt.

Seeadler breiten sich in Deutschland aus: Hier kann man die Tiere sehr gut beobachten

Da der Seeadler sich seine Gebiete danach aussucht, ob Gewässer mit einem ausreichend hohen Fischbestand sowie dichte alte Bäume vorhanden sind, ist er nur selten zu beobachten. Der Greifvogel bevorzugt dichtes Blattwerk mit einer ausreichenden Höhe, um ungestört sein Nest bauen und die Jungen großziehen zu können. Doch ausgerechnet in Nordrhein-Westfalen hat ein Biber dafür gesorgt, dass der Blick störungsfrei auf den Horst des Adlers fällt und man so aus ausreichend großer Entfernung mit einem Fernrohr das Brutpaar und die Jungtiere beobachten kann.

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Wer also gerne ein Seeadler-Pärchen mit seinen Jungen beobachten möchte, hat die besten Chancen auf der Bislicher Insel. Ein Biber sorgte dafür, dass die Pappel abstarb und somit keine Blätter mehr trägt. Hier hat das Greifvogel-Paar einen Horst errichtet und zieht gerade zwei Junge groß. Diese haben bereits die ersten Flugstunden hinter sich und kehren zum Schlafen ins Nest der Eltern zurück. Diese füttern die beiden Jungtiere noch. Im Kreis Lippe gibt es ebenfalls ein Seeadler-Paar, das derzeit sogar drei Jungtiere großzieht. Experten warnen jedoch eindringlich davor, den Tieren zu nahe zu kommen oder sie auf eine Weise zu stören. Darauf reagieren die Vögel nämlich sehr empfindlich.

(Quellen: BUND NRW, WDR, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)