So teuer ist ein Kind: Kosten steigen nun auf über 260.000 Euro

Auf dem Bild ist das Wort ‚Kinderkosten‘ zu sehen, das mit Buchstabenwürfeln auf Euro-Banknoten gelegt wurde. Die Geldscheine im Hintergrund symbolisieren die finanziellen Ausgaben und Belastungen rund um Kinder.
Symbolbild © imago/Steinach

Der Wunsch nach Kindern bleibt für viele Paare eng mit finanziellen Fragen verbunden. Steigende Lebenshaltungskosten, unsichere Einkommen und steigende Kosten für Kinder beeinflussen die Entscheidung für oder gegen Nachwuchs zunehmend.

Für viele Paare hängt der Kinderwunsch heute stark mit Geld zusammen. Wer über Nachwuchs nachdenkt, prüft zuerst das eigene Einkommen, die Mietkosten und die berufliche Stabilität. Gleichzeitig steigen Preise für Wohnen, Lebensmittel und Betreuung, sodass Familien ihr Budget genau planen müssen.

Familiengründung als Kostenfrage: Junge Erwachsene wollen Sicherheit

Viele junge Erwachsene verschieben die Familiengründung oder entscheiden sich bewusst dagegen. Besonders in Städten belastet die hohe Miete den finanziellen Spielraum, während unsichere Arbeitsverhältnisse zusätzlichen Druck erzeugen. Zudem wollen viele Menschen Rücklagen bilden, bevor sie Verantwortung für ein Kind übernehmen. Viele zukünftige Eltern möchten ihrem Kind eine sorgenfreie Kindheit ermöglichen und setzen deshalb auf stabile Lebensbedingungen. Gleichzeitig gewinnt die Karriere für viele an Bedeutung, weil beruflicher Erfolg finanzielle Sicherheit verspricht. Dadurch verschiebt sich die Familienplanung oft nach hinten.

Eltern wägen genau ab: Kosten steigen auf über 260.000 Euro

Kinder verursachen langfristig hohe Kosten und verändern den Alltag stark. Neben Betreuung, Kleidung und Bildung fallen Ausgaben für Freizeit, Gesundheit und Wohnen an. Außerdem reduzieren viele Eltern ihre Arbeitszeit, was das Einkommen verringert. Viele sehen Kinder weiterhin als Bereicherung, wollen jedoch stabile Rahmenbedingungen schaffen. Deshalb wächst die Tendenz, die Familiengründung erst dann anzugehen, wenn Planungssicherheit und finanzielle Stabilität vorhanden sind.

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Eine Auswertung von rund 60.000 Haushalten zeigt, wie hoch die Kosten tatsächlich liegen. Auf Basis von Daten für das Jahr 2018 gaben Paare mit einem Kind durchschnittlich mehrere hundert Euro pro Monat aus, je nach Alter des Kindes. Für Kinder unter sechs Jahren lagen die monatlichen Ausgaben bei etwa 679 Euro, im Alter zwischen sechs und elf Jahren bei rund 786 Euro und bei Jugendlichen zwischen zwölf und siebzehn Jahren bei etwa 953 Euro. Im Durchschnitt ergibt sich daraus ein monatlicher Betrag von 806 Euro oder 9.672 Euro pro Jahr, nachdem das Kindergeld berücksichtigt wurde. Rechnet man heutige Preise ein, steigen die Kosten um rund 200 Euro monatlich, und über 18 Jahre können insgesamt etwa 262.000 Euro zusammenkommen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Statistisches Bundesamt, Finanztip, EZB)