Social-Media-Verbot für Kinder: Experten fordern neue Altersgrenze

Ein schwarzes Smartphone. Auf dem Bildschirm sind verschiedene Apps zu sehen, darunter TikTok, Instagram und Facebook. Neben dem Handy liegen Kopfhörer.
Symbolbild © istockphoto/Wachiwit

Der neue TikTok-Trend „Aura Farming“ treibt Jugendliche in einen gefährlichen Konkurrenzkampf um Likes und Status. Experten fordern ein Social-Media-Verbot für Kinder, um psychische Belastungen zu verhindern.

Ein neuer Trend auf TikTok sorgt für Aufsehen – und für wachsende Sorgen bei Experten und Eltern. Was hinter „Aura Farming“ steckt, ist alles andere als harmlos.

Likes, Status und psychischer Druck

Auf den ersten Blick wirkt der Trend harmlos: Jugendliche inszenieren sich auf TikTok und Co., sammeln „Aura-Punkte“ und präsentieren ihre coolste Seite. Doch hinter dem vermeintlichen Spaß steckt ein hoher sozialer Druck. Wer die falschen Handlungen zeigt, verliert Punkte – und damit Status. Experten warnen: Diese Jagd nach Likes und Followern kann nicht nur das Selbstwertgefühl zerstören, sondern auch psychische Belastungen verstärken.

Die Folge: Forderungen nach einer Altersgrenze für soziale Medien werden lauter. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche besser zu schützen, bevor sie in den Strudel von Trends wie „Aura Farming“ geraten.

Erste Länder setzen bereits auf strenge Regeln

Während in Deutschland noch über eine Altersgrenze zwischen vierzehn und sechzehn Jahren diskutiert wird, haben andere Länder bereits gehandelt. Australien führte im Dezember 2025 ein Mindestalter von sechzehn Jahren ein – und erzielte erste Erfolge. Laut Regierung wurden über 4,7 Millionen Zugänge von jüngeren Nutzern deaktiviert, Plattformen hatten zwölf Monate Zeit zur Umsetzung. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 28,5 Millionen Euro.

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Auch in Europa bewegt sich etwas: Großbritanniens Oberhaus stimmte einer ähnlichen Gesetzesänderung zu, Frankreich plant konkrete Maßnahmen, und Spanien kündigte ein Social-Media-Verbot für Kinder an. In Deutschland soll im Herbst 2026 eine Kommission konkrete Vorschläge präsentieren – ein Schritt, der angesichts von Trends wie „Aura Farming“ wohl vielen Eltern als dringend erscheint. Der Trend zeigt, wie gefährlich soziale Medien für Kinder sein können, wenn psychischer Druck und Statusspiele zum Alltag werden. Ob Deutschland künftig nachzieht, bleibt spannend – die Diskussion um ein Social-Media-Verbot für Kinder ist längst keine Zukunftsmusik mehr.

(Quellen: Die Zeit, Deutsches Schulportal, Deutsche Welle)