Sommer-Hitze macht Autos zur Todesfalle – Scheibe einschlagen

Ein kleiner, weißer Hund im Inneren eines Autos. Er schaut aufmerksam durch die geschlossene Seitenscheibe nach draußen. Der Hund trägt ein Halsband.
Symbolbild © istockphoto/sommersby

Schon wenige Minuten in der prallen Sonne reichen aus, damit geparkte Autos zur Todesfalle werden. Besonders Kinder und Tiere geraten dabei schnell in akute Lebensgefahr.

Ein kurzer Einkauf, ein schneller Gang zum Kiosk – und das Auto wird zur tödlichen Hitzefalle. Warum Sekunden jetzt über Leben entscheiden können.

Wann Passanten eingreifen müssen

Die Sonne brennt, draußen sind es nicht einmal dreißig Grad – doch im Inneren eines geparkten Autos herrschen schon nach kurzer Zeit lebensgefährliche Temperaturen. Bereits nach zehn Minuten nähert sich der Innenraum der vierzig-Grad-Marke. Nach einer halben Stunde werden schnell mehr als fünfzig Grad erreicht. Besonders gefährlich wird es für Kinder und Tiere. Kleinkinder können ihre Körpertemperatur noch nicht ausreichend regulieren und schwitzen deutlich weniger als Erwachsene. Steigt die Körpertemperatur über vierzig Grad, droht ein lebensgefährlicher Hitzschlag. Hunde und Katzen geraten ebenfalls rasch in Not, weil sie Wärme fast nur über Hecheln abgeben können.

Sitzt ein Kind oder ein Hund allein im Auto, zählt jede Minute. Experten empfehlen zunächst, an die Scheibe zu klopfen und zu prüfen, ob der Insasse reagiert. Reagiert niemand, wirkt ein Kind apathisch oder hechelt ein Tier extrem stark, sollte sofort die Polizei oder die Feuerwehr alarmiert werden. Danach gilt: Situation beobachten und keine Zeit verlieren. Spitzt sich die Lage akut zu und Rettungskräfte sind noch nicht vor Ort, darf im Ernstfall sogar die Autoscheibe eingeschlagen werden. Juristisch greift hier der sogenannte „rechtfertigende Notstand“. Trotzdem raten Experten dazu, Zeugen hinzuzuziehen oder Fotos und Videos zur Dokumentation anzufertigen. Wichtig: Immer die Scheibe einschlagen, die am weitesten vom Kind oder Tier entfernt ist.

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Diese Fehler machen die Hitze noch schlimmer

Ein leicht geöffnetes Fenster bringt laut ADAC kaum Entlastung. Auch Handys oder andere elektronische Geräte sollten niemals im heißen Auto bleiben – Akkus können beschädigt werden oder im Extremfall überhitzen. Besser helfen spezielle Sonnenschutzlösungen. Besonders effektiv zeigte sich im ADAC-Test eine Abdeckplane, die den Innenraum auf etwa 43 Grad begrenzte. Außen angebrachte Sonnenschutzfolien schnitten ebenfalls deutlich besser ab als einfache Innenblenden.

Auch die Lackfarbe spielt eine Rolle: Schwarze Autos heizen sich wesentlich stärker auf als weiße Fahrzeuge. Während ein schwarzer Wagen auf 65 Grad Lacktemperatur kam, blieb ein weißes Auto deutlich kühler. Übrigens: Wer den Motor im Stand nur für die Klimaanlage laufen lässt, riskiert in Deutschland ein Bußgeld. Die Straßenverkehrsordnung verbietet unnötigen Motorbetrieb – bis zu achtzig Euro können fällig werden.

(Quellen: ADAC, Polizei, Tierschutzorganisationen, dpa)