Sperrzonen: Schweinepest könnte deutschen Kreis erreichen

Das Bild zeigt einen Hof, vermutlich einen Bauernhof. Im Hintergrund steht ein Rad, daneben läuft ein Schwein. Im Vordergrund warnt ein Schild mit Ausrufezeichen vor der Schweinepest.
Symbolbild © imago/Zoonar

Die Sperrzonen werden weiter ausgeweitet. Trotz der bereits getroffenen Schutzmaßnahmen könnte die Schweinepest schon bald den nächsten deutschen Kreis erreichen. Viele Landwirte und Jäger sind in großer Sorge.

Dieser Virus ist äußerst hartnäckig und wirklich schwer zu bekämpfen. Die Schweinepest könnte nun bald den nächsten deutschen Kreis erreichen, sodass die Sperrzonen auf weitere Gebiete ausgebreitet werden. Im Kampf gegen dieses Virus helfen nur strikte Maßnahmen.

Schnelle Anpassung an veränderte Lebensräume

Wildschweine sind robuste, anpassungsfähige Tiere, die in vielen Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas vorkommen. Sie leben meist in Wäldern und Wald-Randgebieten, suchen aber auch landwirtschaftliche Flächen auf, um Nahrung zu finden. Ihre Nahrung besteht dabei aus einer Mischung von pflanzlicher Kost, Kleintieren, Pilzen und Obst. Außerdem sind die Wildschweine ausgesprochen soziale Tiere, die in Gruppen leben. Darüber hinaus zeigen sie eine bemerkenswerte Umweltanpassung, da sie sich schnell an veränderte Lebensräume anpassen können. Allerdings bringen Wildschweine auch Herausforderungen mit sich, denn sie verursachen landwirtschaftliche Schäden und übertragen Krankheiten wie die Schweinepest, die den nächsten deutschen Kreis erreicht.

Impfung der Schweine nicht möglich

Laut Schätzungen gibt es in Deutschland im Frühjahr etwa 430.000 Wildschweine, während die Anzahl im Sommer auf mehr als 1 Millionen Tiere ansteigt. Die Afrikanische Schweinepest, kurz ASP, ist eine anzeigepflichtige Virusinfektion und befällt hauptsächlich Wildschweine und Hausschweine. Durch direkten Kontakt von Tier zu Tier lässt sich das Virus übertragen. Vor allem Blut, Speichel und Sperma erkrankter Tiere können das Virus weitergeben. Auch indirekte Übertragungswege spielen eine Rolle, denn verunreinigte Materialien wie Speisereste, Kadaver, Futtermittel oder andere Dinge können die Krankheit übertragen. Außerdem kann das Virus über verunreinigtes Fleisch, Werkzeuge, Kleidung oder Transportmittel aus Risikogebieten eingeschleppt werden.

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In Deutschland trat ASP erstmals im Jahr 2020 bei Wildschweinen in Brandenburg und Sachsen auf. Im Jahr 2024 wurde ASP dann erstmalig in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg nachgewiesen. Seit dem 15.06.2025 sind auch zwei Landkreise in Nordrhein-Westfalen betroffen. Mit dem kürzlich tot aufgefundenen Wildschwein im Hochsauerlandkreis, das ebenfalls ASP-positiv sein soll, trifft es damit nun einen weiteren Kreis in Nordrhein-Westfalen. Auch hier werden das Kerngebiet und der Schutzzaun erweitert. Doch eine wirksame Bekämpfung ist sehr schwierig, zumal eine Impfung der Schweine nicht möglich ist. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Sperrzonen die Ausbreitung in weitere deutsche Kreise verhindern und die Schweinepest eindämmen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, NRW-Landwirtschaftsministerium, Friedrich-Loeffler-Institut)