
Autofahrer in Deutschland sollen schon ab Oktober deutlich weniger fürs Tanken bezahlen. Bund und Länder haben sich auf einen neuen Tankrabatt verständigt. Die Steuerbelastung auf Benzin und Diesel soll dadurch um insgesamt rund 17 Cent pro Liter sinken.
Die Spritpreise haben zuletzt erneut extreme Höhen erreicht. Besonders Diesel wurde immer teurer. Mitte September kostete der Liter zeitweise im bundesweiten Durchschnitt fast 2,50 Euro. Auch Super E10 lag deutlich über der Marke von zwei Euro.
Friedrich Merz verspricht Entlastung für Autofahrer
Jetzt reagiert die Bundesregierung. Zum 1. Oktober soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent je Liter sinken. Weil dadurch gleichzeitig weniger Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich eine gesamte Steuerentlastung von rund 17 Cent pro Liter. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte angesichts der hohen Preise bereits schnelle Hilfen angekündigt. Nach der Einigung von Bund und Ländern erklärte er, dass Menschen, die täglich auf ihr Auto angewiesen seien, an ihre Belastungsgrenze kämen.
Insgesamt soll der Tankrabatt Bürger und Unternehmen um rund 2,5 Milliarden Euro entlasten. Bund und Länder teilen sich die Kosten. Für Autofahrer kann sich das bemerkbar machen. Werden die 17 Cent vollständig an die Kunden weitergegeben, kostet eine Tankfüllung mit 50 Litern rechnerisch 8,50 Euro weniger. Bei 60 Litern wären es bereits 10,20 Euro. Allerdings gibt es einen entscheidenden Haken: Die Steuersenkung bedeutet nicht automatisch, dass Benzin und Diesel an jeder Tankstelle tatsächlich exakt 17 Cent günstiger werden. Entscheidend ist, in welchem Umfang die Mineralölwirtschaft die Entlastung weitergibt.
Nach dem Tankrabatt soll ein Preisdeckel kommen
Der neue Tankrabatt ist zunächst nur bis zum 31. Dezember 2026 vorgesehen. Danach plant die Regierung den nächsten Schritt. Spätestens zum 1. Januar 2027 soll nach den bisherigen Plänen ein zeitlich begrenzter Spritpreisdeckel eingeführt werden. Als Vorbilder nennt die Bundesregierung Luxemburg und Belgien. Dazu will sie Gespräche mit der Mineralölwirtschaft führen.
Merz spricht von einem klaren Fahrplan für 2027. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Mineralölunternehmen Krisen für überhöhte Preisaufschläge nutzen. Bevor die Entlastung tatsächlich zum 1. Oktober greifen kann, muss allerdings das parlamentarische Verfahren abgeschlossen werden. Dafür sind verkürzte Fristen vorgesehen.
(Quellen: Bundesregierung, dpa)














