Staat zahlt für Kinder – bis zu 53.000 Euro sind möglich

Ein Erwachsener streckt einem kleinen Kind viele 50-Euro-Scheine zu. Das Kind trägt ein gestreiftes Oberteil und nimmt das Geld in die Hände.
Symbolbild © istockphoto/KurKestutis

Mit kleinen monatlichen Beträgen soll schon früh ein finanzielles Polster für später entstehen. Dafür zahlt der Staat für Kinder – und über Jahrzehnte kann eine erstaunliche Summe zusammenkommen.

Ein kleiner Betrag heute könnte später Tausende Euro wert sein: Der Staat will schon bei Kindern den Grundstein für die Altersvorsorge legen.

Aus zehn Euro könnte später ein kleines Vermögen werden

Über Jahrzehnte kann aus kleinen monatlichen Beträgen ein beachtliches Vermögen entstehen. Genau darauf setzt Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) mit der sogenannten Frühstartrente. Das entsprechende Gesetz wurde nun erstmals im Bundestag beraten. Kinder und Jugendliche sollen bereits früh einen staatlichen Beitrag für ihre spätere Altersvorsorge erhalten. Zehn Euro pro Monat sollen dafür auf ein Depot fließen – und zwar für Kinder zwischen sechs und achtzehn Jahren. Für 2027 rechnet die Bundesregierung mit Kosten von 198 Millionen Euro. Bis 2030 sollen die Ausgaben auf 411 Millionen Euro steigen.

Das Geld soll möglichst über Jahrzehnte investiert bleiben, denn durch Zinsen und Zinseszinsen könnte allein aus den staatlichen Einzahlungen bis zum Renteneintritt ein Betrag von rund 53.000 Euro entstehen, rechnet Klingbeil vor. Die Förderung soll mit dem Geburtsjahrgang 2020 beginnen – rückwirkend zum 1. Januar 2026. Ab 2027 kommt jedes Jahr der Jahrgang der dann Sechsjährigen hinzu. Eltern oder Großeltern können das Depot freiwillig mit zusätzlichen Einzahlungen aufstocken. Volljährig geworden, dürfen die jungen Erwachsenen selbst weiter sparen. An das staatlich geförderte Kapital soll grundsätzlich erst ab dem 65. Geburtstag herangekommen werden können.

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Warum die Altersvorsorge immer wichtiger wird

Immer mehr ältere Menschen sind im Ruhestand auf staatliche Unterstützung angewiesen. Zuletzt bezogen in Deutschland 771.275 Menschen im Rentenalter Sozialhilfe – rund 30.000 mehr als im Vorjahr. Besonders betroffen sind unter anderem Menschen mit niedrigen Einkommen, unterbrochenen Erwerbsbiografien, langen Teilzeitphasen oder längerer Erwerbslosigkeit. Auch steigende Wohnkosten und die Inflation erhöhen den finanziellen Druck.

Gleichzeitig gehen die Babyboomer fortwährend in Rente. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft soll die Generation bis 2036 vollständig aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sein. Weniger Erwerbstätige müssen dann für eine wachsende Zahl von Rentnern aufkommen. Wie groß die Sorgen bei den Jüngeren bereits sind, zeigt eine Umfrage von ING Deutschland und Visa: 83 Prozent der befragten 18- bis 30-Jährigen machten sich Gedanken um ihre finanzielle Sicherheit im Ruhestand.

(Quellen: BMF, Deutscher Bundestag)