Städte wollen Xavier Naidoo Konzerte verbieten in Baden-Württemberg

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Karlsruhe-Insider (dpa/lsw) – Geplante Auftritte des umstrittenen Popsängers Xavier Naidoo werden zunehmend zum Politikum.

Der Widerstand gegen Konzerte des Künstlers formiert sich parteiübergreifend. Die Mannheimer Jusos haben eine Petition gegen ein von Ladenburg (Rhein-Neckar-Kreis) in die Mannheimer SAP Arena verlegtes Konzert gestartet – und sie haben bereits mehr als 32 600 Unterzeichner.


Und in Ulm wollte ihn die Mehrheit des Gemeinderats per Resolution von einem auf 2021 verschobenen Auftritt im Hof des Klosters Wiblingen abbringen. Nun will Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) aber erst prüfen lassen, ob sich der Gemeinderat mit diesem Thema befassen darf.

Auch das Land Baden-Württemberg beschäftigt sich unabhängig von der Causa Naidoo mit der generellen Frage, wie es einfacher Einfluss nehmen könnte, wenn bei Konzerten auf seinen Flächen gegen geltendes Recht verstoßen wird. Dafür soll das Finanzministerium Verträge mit Veranstaltern von Konzerten leichter kündigen können, wenn diese Künstler engagieren, die zum Beispiel von Gerichten wegen extremistischer Äußerungen belangt wurden.

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«Wir werden künftige Verträge so abschließen, dass bei einem Verbreiten von jugendgefährdenden oder extremistischen Inhalten oder auch bei akuter Gefahr der Verbreitung davon eine Kündigung des Vertrages möglich ist», sagte ein Sprecher des für die Liegenschaften des Landes zuständigen Finanzministeriums. Das mache die Anforderungen an die Pflichten von Veranstaltern klarer. Musterverträge sollen entsprechend ergänzt werden.

Die SAP Arena ist der Ersatzspielort für die Festwiese in Ladenburg, wo der für August geplante Auftritt Naidoos wegen des coronabedingten Verbots für Großveranstaltungen abgesagt werden musste. Die Grünen in Ladenburg wollen nun erreichen, dass der Gemeinderat oder ein Ausschuss generell Mitspracherecht bei der Auswahl von Künstlern hat. Für Bürgermeister Stefan Schmutz (SPD) ist ein Einbeziehen des Gemeinderats in die geheimen Verhandlungen der Verwaltung mit den Veranstaltern allerdings undenkbar.