Ställe: Gefährliche Tierseuchen breiten sich in Deutschland aus

Ein rotes Schild an einem Zaun weist auf eine mögliche Gefahr durch ein Seuchenobjekt, also eine Seuche oder Pest, die sich in dem Gebiet ausbreitet, hin. Im Hintergrund sieht man einen Lkw mit einem Mann davor.
Symbolbild © imago/Marc Stinger

Bauern in Deutschland haben aktuell viele Gründe zum Klagen. Denn in ihren Ställen und auf ihren Feldern breiten sich gefährliche Tierseuchen aus, die den Bestand und damit die Existenz von Tausenden bedrohen.

Deutschlands Tierhalter stehen unter Druck. Was wie eine stille Gefahr begann, entwickelt sich zur größten Bedrohung für viele Höfe. Die Ställe von etlichen Bauern werden durch gefährliche Tierseuchen bedroht, nun müssen Behörden und Menschen reagieren.

Wenn aus kleinen Warnzeichen ein echter Sturm mit etlichen Problemen wird

Auf vielen Höfen beginnt es unauffällig: ein Krankheitsfall hier, ein Abfall der Leistung dort. Doch was wie Routine wirkt, entpuppt sich oft als Vorbote ernsterer Probleme. Allein im Jahr 2024 richteten Tierseuchen auf deutschen Betrieben Schäden von rund 97 Millionen Euro an – eine Summe, die doppelt so hoch sein dürfte, wenn man verdeckte Kosten mitrechnet. Insbesondere die Blauzungenkrankheit traf Rinderhalter schwer. Die Krankheit kursierte vor allem im Westen Deutschlands und zog indirekte Folgen nach sich, die in keiner Statistik auftauchen: Milchrückgänge, Fruchtbarkeitsprobleme und Tierarztkosten explodierten. Auch Entzündungen der Euter traten spürbar häufiger auf.

Nach aktuellen Beobachtungen liegt die Steigerung bei etwa zehn Prozent – ein Wert, der den wirtschaftlichen Druck weiter anheizt. Dazu kommt, dass viele betroffene Landwirte nicht mit Unterstützung vom Staat rechnen können. Wer keine spezielle Versicherung abgeschlossen hat, bleibt auf den Kosten sitzen. In einer Branche mit ohnehin schmalen Margen kann das das Aus bedeuten. Dabei wären viele Folgen durch vorbeugende Impfungen und gezielte Überwachung der Gesundheit vermeidbar gewesen.

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Ställe durch gefährliche Tierseuchen in Gefahr: Immense Verluste 

Die wahre Dimension der Krise zeigt sich erst im zweiten Blick: Deutschland kämpft inzwischen mit gleich fünf gefährlichen Seuchen gleichzeitig. Neben der Blauzungenkrankheit grassieren Afrikanische Schweinepest, Maul- und Klauenseuche, Vogelgrippe und das Bovine Herpesvirus. Besonders die Afrikanische Schweinepest ist im Winter 2024/25 regelrecht explodiert – mit über 200 Fällen bei Wildschweinen. Ein Fall der Maul- und Klauenseuche im Januar 2025 bei Wasserbüffeln in Brandenburg hatte massive Folgen: Internationale Märkte schlossen die Türen, Exporte kamen zum Erliegen. Auch wenn Deutschland im April offiziell wieder als FMD-frei gilt, bleibt der Schaden immens. Experten schätzen die Verluste auf bis zu eine Milliarde Euro.

Noch gravierender ist, dass Seuchen sofortige Schlachtungen, Sperrzonen und Handelsstopps erzwingen. Betriebe verlieren nicht nur Tiere, sondern auch ihre komplette wirtschaftliche Grundlage. Besonders hart trifft das auch Schlachthöfe und Transportfirmen, die von der Tierhaltung abhängen. Fachleute raten zu konsequenter Biosicherheit: Ställe sollten in Risikophasen abgeschottet, Transportfahrzeuge regelmäßig desinfiziert und betriebsfremder Zutritt streng kontrolliert werden. Denn ohne Vorsorge bleiben selbst gesunde Tiere nicht lange verschont.