
Strom bleibt für deutsche Haushalte ein teures Vergnügen. Ein Vergleich zeigt jetzt, wie weit Deutschland im europäischen Preisranking oben steht. Demnach zahlen Verbraucher hierzulande rund ein Drittel mehr als im EU-Durchschnitt. Nur in einem EU-Land war Strom noch teurer.
Für die Untersuchung hat der Energiedienstleister 1KOMMA5° Daten der EU-Kommission aus dem zweiten Halbjahr 2025 ausgewertet. Das Ergebnis fällt für Deutschland ernüchternd aus: Haushaltsstrom kostete hierzulande im Durchschnitt rund 39 Cent pro Kilowattstunde.
Deutsche Haushalte zahlen rund ein Drittel mehr
Im Durchschnitt der Europäischen Union waren es dagegen lediglich rund 29 Cent. Damit zahlten deutsche Haushalte etwa zehn Cent mehr für jede verbrauchte Kilowattstunde. Was zunächst nach einem kleinen Unterschied klingt, summiert sich über das Jahr ordentlich. Bei einem Verbrauch von beispielsweise 3.500 Kilowattstunden entsprechen zehn Cent Preisunterschied rechnerisch rund 350 Euro.
Für das hohe Preisniveau in Deutschland gibt es nicht nur einen Grund. Neben den eigentlichen Kosten für die Strombeschaffung schlagen unter anderem Netzentgelte, Steuern und Abgaben auf die Rechnung durch. Gleichzeitig beeinflussen die Kosten fossiler Energieträger weiterhin den Strommarkt. Allerdings zeigt der Vergleich nicht, was ein deutscher Haushalt heute bei einem neuen Vertrag zahlen müsste. Die zugrunde liegenden EU-Daten stammen aus dem zweiten Halbjahr 2025.
Neue Stromverträge inzwischen deutlich günstiger
Im September 2026 sieht die Situation für wechselwillige Verbraucher etwas besser aus. Finanztip ermittelte Mitte September für günstige empfohlene Neukundentarife einen durchschnittlichen Preis von rund 33 Cent pro Kilowattstunde. Der BDEW bezifferte den durchschnittlichen Strompreis eines Musterhaushalts mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch für August 2026 dagegen auf rund 37 Cent. Das entspricht jährlichen Stromkosten von etwa 1.295 Euro.
Der europäische Vergleich zeigt dennoch, wie hoch das deutsche Preisniveau ist. Während Strom für Haushalte in vielen EU-Ländern deutlich günstiger war, gehörte Deutschland bei den ausgewerteten Preisen zur absoluten Spitze. Und das bekommen die Bürger am eigenen Geldbeutel zu spüren. Ihnen bleibt immer weniger zum Leben, wenn die Energiekosten neben den Lebensmittelkosten immer weiter nach oben steigen.
(Quellen: EU-Kommission, 1Komma5grad)














