Tasmanischer Tiger wohl bald zurück – „galt als ausgestorben“

Die Zeichnung zeigt einen Tasmanischen Tiger oder einen Beutelwolf. Dieses Tier gilt seit vielen Jahren als ausgestorben. Doch nun steht es womöglich vor seiner Rückkehr in die freie Wildbahn.
Symbolbild © imago/H. Tschanz-Hofmann

Wissenschaftlern ist ein echter Durchbruch gelungen: Sie könnten eine der am längsten ausgestorbenen Tierarten schon bald wieder zum Leben erwecken. Die Rede ist vom Tasmanischen Tiger, der seit unzähligen Jahren von der Bildfläche verschwunden ist.

Zugegeben, das klingt ein wenig nach Frankenstein, hat damit aber wenig zu tun. Der seit Jahrzehnten ausgestorbene Tasmanische Tiger könnte bald wieder durch die Wildnis streifen. Das wäre eine echte wissenschaftliche Sensation.

Längst ausgestorben und womöglich bald wieder zurück: Tasmanischer Tiger

Mit Märchen oder Utopie hat das wenig zu tun. Denn die Wissenschaftler sind mit ihrer Arbeit einen großen Schritt vorangekommen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es ihnen gelingen, den Tasmanischen Tiger zurückzuholen. Dabei war es einst der Mensch, der dafür sorgte, dass dieses Tier 1936 ausstarb. Damals starb das letzte lebende Tier in einem australischen Zoo.

Doch einige Wissenschaftler gaben sich damit nicht zufrieden und arbeiteten unermüdlich weiter. So gelang es ihnen, aus vorhandenen Präparaten dieser Tierart DNA-Fragmente zu gewinnen. Und genau diese DNA-Fragmente schleusten sie dann in die Zellen eines anderen Tieres ein, einer Beutelmaus. Das Problem dabei war jedoch, dass das vorhandene Erbgut lückenhaft war und deshalb keine großen Ergebnisse erzielt werden konnten. Dann der Durchbruch: Einem Forscherteam in Melbourne gelang es im letzten Jahr erstmals in der Geschichte, das Erbgut vollständig zu rekonstruieren.

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Tasmanischer Tiger vor Wiedergeburt – Sensation

Dass es überhaupt möglich ist, die RNA von ausgestorbenen Tieren in der korrekten Reihenfolge zu ermitteln, sodass daraus neues Erbgut entsteht, hätte vor 2023 kaum jemand für möglich gehalten. RNA ist Englisch und steht für die Ribonukleinsäure – sie ist eng mit der DNA verwandt, besteht im Gegensatz zu ihr aber nur aus zwei Strängen. Deshalb eignet sich die RNA besonders gut zum Übertragen von Informationen.

Nachdem das Forscherteam das Erbgut vollständig rekonstruiert hatte, schleusten die Wissenschaftler möglichst viele der genetischen Marker in die Beutelmaus ein. Im nächsten Schritt sollen die Zellen in eine Eizelle übertragen werden. Mit anderen Worten: Wenn alles gut geht, wird die Maus zu einer Art Leihmutter, die das Erbgut des Tasmanischen Tigers in sich trägt und dem Embryo die Möglichkeit gibt, sich zu entwickeln. An dieser Stelle fragen sich viele, warum dieses Vorgehen weltbewegend sein könnte. Ganz einfach: Wenn ein solches Verfahren für den Tasmanischen Tiger gelingt, ist es auch möglich, viele andere ausgestorbene Tiere in die heimische Tier- und Pflanzenwelt zurückzuholen. Doch das ist aktuell noch Zukunftsmusik.