Tausende Arbeiter: Immer mehr deutsche Autozulieferer zieht es ins Ausland

Mehrere Autos werden auf einem Laufband hängend in einer Produktionsstätte angefertigt. Die Autos stehen ohne Türen und Räder in der großen Halle.
Symbolbild © istockphoto/RainerPlendl

Viele Produktionen werden von deutschen Unternehmen ins Ausland verlagert. Vor allem Osteuropa scheint ein beliebtes Ziel für solch ein Vorhaben zu sein. Doch die IG Metall moniert dies, und wird dabei nun recht deutlich.

Immer wieder kommt es zu kritischen Stimmen, die die Auslagerung von Produktionen ins Ausland monieren. Die IG Metall macht jetzt erneut Druck und kritisiert vor allem die Standorte in Osteuropa.

IG Metall mit Kritik an Autobauern und Co.

Immer mehr Autobauer und deren Zulieferer lagern ihre Produktionen ins Ausland aus. Gerade Osteuropa scheint hierfür sehr beliebt zu sein. Die Gewerkschaft IG Metall kritisiert diesen Schritt jetzt massiv und geht mit den Unternehmen hart ins Gericht. Außerdem fordert die IG Metall mehr Fertigungsstätten in Deutschland ein.

Roman Zitzelsberger, Vorsitzender der IG Metall Baden-Württemberg, kritisierte nun die Autozulieferer. Sie lagern nämlich die Produktion von auslaufenden Teilen für Verbrennungsmotoren nach Osteuropa aus. Er erklärte seinen Standpunkt so: „Das geht zulasten hiesiger Arbeitsplätze und verschärft die Risiken des Wandels. Das sehen wir äußerst kritisch.“

Immer mehr geht ins Ausland

Neben der genannten Problematik ergibt sich ein neues Feld. Denn mittlerweile werden nicht nur die Verbrenner-Teile im Ausland produziert, sondern auch zahlreiche Teile für die E-Antriebe. Diese sollen ebenfalls in Osteuropa produziert werden.

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Laut Zitzelsberger sollen zahlreiche deutsche Unternehmen darüber nachdenken, Kooperationen bei der Produktion von Halbleitern in Deutschland anzustreben. „Dass man auch in Deutschland Halbleiter herstellen kann, zeigen die Beispiele von Infineon, Globalfoundries und Bosch in Dresden sowie Bosch in Reutlingen., so Zitzelsberger.

Wohlstand und Autoindustrie eng verknüpft

Laut Zitzelsberger hängen der Wohlstand von der Autoindustrie ab und lobte dabei den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann: „Er und die Grünen haben verstanden, dass der Wohlstand im Land wesentlich mit von der Autoindustrie abhängt. Diese Einsicht war zu Beginn von Kretschmanns Regierungszeit im Jahr 2011 noch nicht so richtig vorhanden.“

Generell ist er der Auffassung, dass die Politik die Veränderungen der Autoindustrie gut begleite. Trotzdem wünsche er sich bei der Regulation ein besseres vorgehen: „Man darf sich schon fragen, ob es notwendig ist, die Abgasgrenzwerte für Verbrenner immer weiter zu verschärfen, obwohl klar ist, dass ab Anfang der 2030er-Jahre überwiegend vollelektrische Fahrzeuge auf den Markt kommen werden,“ erklärte er ergänzend.