
Terrorverdacht bleibt in Deutschland ein Thema: In Brandenburg haben Ermittler einen mutmaßlichen Islamisten festgenommen. Er soll Anschläge geplant und dafür bereits konkrete Vorbereitungen getroffen haben.
Terroranschläge sind in Deutschland vergleichsweise selten, dennoch beschäftigt die Gefahr viele Menschen. Besonders nach schweren Gewalttaten wächst die Sorge, dass öffentliche Orte jederzeit zum Ziel werden könnten. Nun wurde offenbar ein geplanter Anschlag verhindert und ein mutmaßlicher Islamist festgenommen.
Terrorgefahr in Deutschland nimmt weiter zu
Deutschland ist auch in jüngerer Vergangenheit von schweren Gewalttaten mit islamistischem Hintergrund betroffen gewesen. Im Februar 2025 raste ein Mann mit einem Auto in eine Demonstration in München. Dabei verletzte er 56 Menschen – eine Mutter und ihr zweijähriges Kind starben später. Wenige Monate später griff ein Mann in Bielefeld mehrere Menschen vor einer Bar mit einem Messer an, zwei Opfer schwebten zeitweise in Lebensgefahr. Auch dieses Jahr gab es bereits einen schweren Vorfall: Beim Christopher Street Day in Berlin fuhr ein Mann mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge. Die Bundesanwaltschaft übernahm später die Ermittlungen.
Terrorverdacht in Deutschland: Mutmaßlicher Islamist festgenommen
Bund und Länder setzen auf mehrere Instrumente, um Anschläge zu verhindern. Dazu gehören Ermittlungen der Sicherheitsbehörden, die Beobachtung extremistischer Strukturen sowie Maßnahmen gegen Radikalisierung. Auch das Strafrecht wurde zuletzt angepasst: Seit April 2026 gelten unter anderem neue Regelungen, die bestimmte gefährliche Tatmittel wie Fahrzeuge und Messer stärker in den Bereich der terroristischen Strafverfolgung einbeziehen. Im September beschloss das Bundeskabinett zudem einen Zehnpunkteplan gegen islamistischen Terrorismus. Vorgesehen sind unter anderem einheitlichere Regeln für elektronische Aufenthaltsüberwachung und Präventivhaft sowie weitere Änderungen im Straf- und Jugendstrafrecht.
Im brandenburgischen Landkreis Barnim haben Ermittler einen 24-jährigen Iraker festgenommen, dem die Bundesanwaltschaft schwere Vorwürfe macht. Nach Angaben soll der Mann Anschläge auf Menschen geplant haben, die er als Ungläubige betrachtete. Als erstes Ziel soll er eine Kirche in Bremen ausgespäht haben. Den Ermittlern zufolge hatte er bereits eine Schusswaffe beschafft und eine weitere Person für seine Pläne gewonnen. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm die versuchte Gründung einer terroristischen Vereinigung, die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und einen Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei nahmen ihn im Landkreis Barnim fest. Die Behörde ordnet den Beschuldigten ideologisch dem „Islamischen Staat“ zu.
(Quellen: GBA, dpa, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














