Teurer Besuch: Immer mehr Freibäder erhöhen die Eintrittspreise

An der Kasse eines Freibades stehen viele Besucher Schlange. Hier kaufen sie ihre Eintrittskarte und bezahlen mit ihrem Geld, um später im Schwimmbad zu baden.
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Immer mehr Bäder erhöhen die Eintrittspreise. Für viele Familien eine schlechte Nachricht, denn sie können sich den Besuch so kaum noch leisten. Den kleinen Gemeinden und Städten bleibt aber keine andere Wahl.

In Deutschland haben zahlreiche Städte und Gemeinden die Eintrittspreise für ihre Freibäder angehoben – teils moderat, teils spürbar. Auch das Rohmelbad in Bad Münder gehört zu den Anlagen, die ihre Preise in den vergangenen Jahren erhöht haben. Dieser Trend beschränkt sich jedoch nicht auf einzelne Standorte.

Hohe Betriebskosten führen zu steigenden Ticketpreisen – immer mehr Freibäder erhöhen

Hintergrund sind steigende Betriebskosten, Energiepreise und häufig notwendige Investitionen in den Erhalt der Anlagen – Kosten, die viele Kommunen nicht mehr allein schultern können. In Karlsruhe steht bereits seit letztem Jahr eine deutliche Anpassung der Eintrittspreise für städtische Badanlagen wie auch die Freibäder im Raum. Demnach sollen Tageskarten für Erwachsene von früher 6 Euro auf etwa 7,50 Euro steigen, auch Familien- und Mehrfachkarten werden teurer. Diese Maßnahme gehört zu einem größeren städtischen Sparpaket, mit dem Karlsruhe trotz angespannter Haushaltslage seine Bäder möglichst geöffnet halten will.

Auch Stuttgart hat seine Preisliste anpassen müssen. Ab Frühjahr gilt für Schwimm- und Freibäder ein einheitlicher Eintrittstarif von 5,50 Euro für Erwachsene, ein Anstieg gegenüber den Vorjahren. Betreiber geben offen zu, dass der Schritt notwendig sei, um steigende Personal- und Energiekosten abzufedern. Im südhessischen Groß-Gerau mussten die Betreiber nach mehr als einem Jahrzehnt ohne Preisanpassung neue Eintrittspreise einführen. Erwachsene zahlen künftig etwa 4,50 Euro, Kinder knappe 3 Euro, weil die Kommune trotz langjährig stabiler Preise auf höhere Ausgaben für Energie und Personal reagiert.

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Situation bleibt vielerorts angespannt: Freibäder erhöhen ihre Ticketpreise

Eine umfassende Umfrage unter kommunalen Badbetreibern zeigt, dass rund ein Drittel der Freibäder in Deutschland ihre Eintrittspreise erhöht haben oder dies plant. Fast drei Viertel der Betreiber erwarten in den kommenden Jahren eine weiter verschlechterte finanzielle Situation, viele Freibäder sind auf Zuschüsse angewiesen und gelten als defizitäre Einrichtungen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist allein der durchschnittliche Preis für Freibadbesuche in Deutschland im Mai 2025 um mehr als fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen – deutlich stärker als die allgemeine Inflationsrate.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)