
Die aktuelle Hitzewelle macht vielen zu schaffen, doch leider vergessen viele, dass nicht nur Menschen betroffen sind. Tiere in Deutschland drohen zu verdursten, und deshalb beginnen Jäger damit, Wasser in die Wälder für die Wildtiere zu bringen.
Die aktuelle Hitze und Trockenheit setzen dem Wild massiv zu. Jetzt kämpfen Jäger mit einer außergewöhnlichen Aktion gegen den Wassermangel und bringen für die Tiere Wasser in ihre Wälder.
Trockenheit bringt Wildtiere an ihre Grenzen
Viele Wildtiere benötigen normalerweise keine offenen Wasserstellen, weil sie ausreichend Flüssigkeit über frische Pflanzen, Kräuter oder den Morgentau aufnehmen. Bleiben Regen und Feuchtigkeit jedoch über längere Zeit aus, gerät dieses natürliche Gleichgewicht ins Wanken. Gleichzeitig trocknen Tümpel, Bäche und Schlammsuhlen aus.
Auch Experten weisen darauf hin, dass lang anhaltende Dürre das Verhalten vieler Tiere verändert. Sie verlassen häufiger den schützenden Wald und suchen Wasser in Gärten, auf Feldern oder an Straßenrändern. Wer also einen Garten besitzt, kann mit einer flachen Wasserschale im Schatten helfen. Wichtig sind täglich frisches Wasser und ein Stein oder Ast als Ausstiegshilfe. Offene Regentonnen sollten ebenfalls abgesichert werden, damit Vögel und Kleintiere nicht hineinfallen. Wie ernst die Lage inzwischen tatsächlich ist, zeigt sich erst beim Blick in einige Wälder Baden-Württembergs.
Wenn der Jäger zum Helfer und Retter von Füchsen und Rehen wird
Im Main-Tauber-Kreis fahren Jäger derzeit regelmäßig mit großen Wasserfässern in ihre Reviere. Dort füllen sie künstliche Tränken und natürliche Suhlen auf, damit Rehe, Füchse, Wildschweine, Vögel und Insekten überhaupt noch ausreichend Wasser finden. Nach ihren Beobachtungen werden die Wasserstellen nahezu ständig genutzt. Die Trockenheit hat noch weitere Folgen. Weil Gräser, Kräuter und andere Pflanzen vielerorts vertrocknet sind, weichen Wildtiere verstärkt auf Maisfelder aus. Dort finden sie noch Feuchtigkeit, verursachen aber gleichzeitig größere Schäden in der Landwirtschaft.
Zudem steigt das Risiko für Wildunfälle. Auf ihrer Suche nach Wasser überqueren Rehe und anderes Wild häufiger auch tagsüber Straßen. Autofahrer sollten deshalb besonders in Waldgebieten aufmerksam fahren und Warnschilder ernst nehmen. Die außergewöhnliche Hilfsaktion der Jäger macht deutlich, wie angespannt die Situation inzwischen ist. Solange ergiebiger Regen ausbleibt, könnten solche Wasserstellen für viele Wildtiere überlebenswichtig bleiben.
(Quellen: Landesjagdverband BW, Landratsamt Main-Tauber-Kreis)














