
Tierpark-Drama wegen Vogelgrippe: Der gesamte Bestand im Gänse- und Ententeich wurde ausgelöscht. Jetzt gelten drastische Sicherheitsmaßnahmen. Trotzdem wird man den Park zum Ende der Woche wieder öffnen.
Nachdem die tödliche Vogelgrippe zugeschlagen hatte, kam es zum Tierpark-Drama: Denn insgesamt musste man hier 67 Tiere töten. Am Freitag öffnet der betroffene Park wieder – mit Seuchenmatten.
Tödliche Diagnose: H5N1 zwingt zur radikalen Lösung
Es war ein Fund, der die Betreiber des Tierparks Chemnitz in höchste Alarmbereitschaft versetzte: zwei tote Hühner am Ententeich. Doch was zunächst nach einem traurigen Einzelfall aussah, entwickelte sich schnell zum Albtraum. Die Diagnose des Friedrich-Loeffler-Instituts war eindeutig und brutal: Vogelgrippe, Subtyp H5N1. Die Untersuchungen offenbarten dann das ganze Ausmaß der Katastrophe. Bei 51 der insgesamt 67 Vögel im Gänse- und Ententeich wurde das hochansteckende Virus nachgewiesen. Für die Verantwortlichen blieb keine Wahl: Der gesamte Bestand wurde per Injektionsnarkose schmerzfrei getötet, wie die Stadt am Montag mitteilte.
H5N1 ist besonders tückisch für Geflügel. Hühner, Enten und Gänse sterben oft innerhalb kürzester Zeit. Um die Seuche zu stoppen, gelten deshalb knallharte Regeln. Ganze Bestände müssen weichen, auch wenn nicht jedes Tier infiziert ist. Immerhin gibt es einen kleinen Lichtblick: Bei den anderen Vogelbeständen des Tierparks gab es keine positiven Befunde. Insgesamt hat man 286 Vögel getestet, die übrigen mehr als 200 haben die Untersuchung ohne Befund überstanden. Die Vögel werden nun für weitere drei Wochen in Gruppen streng getrennt voneinander gehalten.
Matten, Spray und Absperrungen: Willkommen im Hochsicherheitspark
Ab Freitag, dem 6. Februar, öffnet der Tierpark wieder seine Pforten. Allerdings unter verschärften Bedingungen: Besucher müssen über sogenannte Seuchenmatten laufen, die die Schuhsohlen desinfizieren. Sogar Hundepfoten behandelt man mit Desinfektionsspray! Das Areal um den Gänse- und Ententeich bleibt derweil für Besucher gesperrt und muss gründlich gereinigt werden.
Als Entgegenkommen wurden die Eintrittspreise deutlich reduziert. Erwachsene zahlen indessen 6,50 Euro statt 9,50 Euro, Familienkarten kosten 18,50 Euro statt 27 Euro. Es ist bereits der zweite größere Vogelgrippe-Fall in einem sächsischen Tierpark in diesem Winter.
(Quellen: Stadt Chemnitz, Tierpark Chemnitz, zuständige Veterinärbehörde)














