Tierseuche breitet sich aus: Landkreise führen Sperrzonen ein

Mehrere Beamte in grünen Schutzanzügen stehen in einem Wald. Sie haben Masken auf, was darauf hindeutet, dass sie sich in einer gefährlichen, von einem Virus betroffenen Quarantänezone befinden.
Symbolbild © imago/Markus Matzel

Da sich aktuell eine Tierseuche ausbreitet, wurden in mehreren Landkreisen der Bundesrepublik Sperrzonen eingerichtet. Sie sollen eine weitere Ausbreitung verhindern. Es gibt jedoch auch Entwarnung.

Seit mehreren Monaten herrscht in einigen Teilen der Bundesrepublik erhöhte Seuchengefahr. Nun macht sich ein weiteres Virus breit. Zur Sicherheit gelten derzeit strenge Auflagen und Sperrzonen.

Tierseuche breitet sich weiter aus

Ursprünglich aus Südafrika stammend, hat sich die Blauzungenkrankheit mittlerweile über den ganzen Globus ausgebreitet. Die Viruserkrankung tritt vor allem bei Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen auf. Zwar zeigt sich meist ein milder Verlauf der Symptome wie Fieber, verminderter Appetit und vermehrtes Speicheln, doch ist die Blauzungenkrankheit deshalb nicht ungefährlich. In schwereren Fällen können auch Apathie, Entzündungen, eine stark erhöhte Atemfrequenz oder eine verstärkte Durchblutung der Kopfschleimhäute hinzukommen.

Eine Übertragung findet vorrangig durch Mücken aus der Familie der Gnitzen statt. Doch auch andere blutsaugende Tierchen wie Zecken oder gewöhnlichen Stechmücken können die Seuche weitergeben – ebenso wie das Sperma infizierter Bullen oder kontaminierte Spritzen von Tiermedizinern. Vor allem aber braucht es Temperaturen von 25 Grad oder höher, damit das Virus sich überhaupt vermehren kann. Ist ein infiziertes Tier trächtig, können Fehl- oder Missgeburten die Folge sein. Eine Übertragung auf den Menschen ist bislang nicht bekannt.

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Tierseuche: Sperrzonen und Meldepflicht 

Zwar ist die Blauzungenkrankheit bei Weitem nicht so gefährlich wie beispielsweise die Afrikanische Schweinepest oder die Vogelgrippe, dennoch gilt es, Vorsicht walten zu lassen und die Ausbreitung einzudämmen. Laut dem Friedrich-Löffler-Institut zirkuliert derzeit ein neuer, genetisch differierender Virenstamm (BTV-8), der mit einem deutlich schwereren Krankheitsverlauf einhergeht. Daher empfehlen Experten eine Immunisierung durch Impfung – eigentlich spätestens im Frühjahr, bevor die Temperaturen für die Verbreitung optimal sind.

Obendrein gibt es Sperrzonen, in denen betroffene Tiere unter Beobachtung stehen. Das betrifft in Niedersachsen die Landkreise Göttingen, Northeim, Holzminden und Goslar sowie den hessischen Landkreis Fulda und Teile Thüringens. In diesen sogenannten BTV-8-Restriktionszonen gelten besondere Vorgaben für den Transport und Handel empfänglicher Tierarten. Dazu zählen unter anderem Nachweise über Impfschutz oder Laboruntersuchungen beziehungsweise ein negativer PCR-Test.

(Quellen: Landkreis Göttingen, dpa, Veterinärbehörden)