Tödliche Bienenseuche sorgt jetzt für erste Sperrzonen

Ein Mann in einem weißen Schutzanzug steht vor einer Mülltonne, während etliche Bienen um ihn herumfliegen. Er trägt einen Schutz wie ein Imker und öffnet den Hausmüll, den die Insekten und Honigbienen wie bei einer Plage belagert haben.
Symbolbild © imago/Frank Sorge

Immer mehr Imker schlagen Alarm. Eine gefährliche Krankheit bedroht derzeit Honigbienen in Deutschland. Die Behörden greifen deshalb zu einer Maßnahme, die nur in besonders ernsten Fällen zum Einsatz kommt: Sie richten Sperrbezirke ein.

Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren überhaupt. Sie bestäuben Obstbäume, Gemüse, Raps und unzählige Wildpflanzen. Ohne sie würden viele Ernten deutlich kleiner ausfallen. Umso größer ist die Sorge, wenn sich eine Krankheit ausbreitet, gegen die es keine einfache Behandlung gibt. Genau das passiert derzeit in mehreren Regionen Deutschlands.

Tödliche Bienenseuche breitet sich immer weiter aus – Sperrzone bleibt

Genau wie der Name vermuten lässt, befällt die Amerikanische Faulbrut keine erwachsenen Bienen. Die Krankheit trifft ausschließlich die Brut. Verursacher ist das Bakterium Paenibacillus larvae. Gelangen dessen Sporen in einen Bienenstock, infizieren sie die jungen Larven. Diese sterben bereits in ihren Wabenzellen ab. Mit jeder weiteren Brut wächst die Gefahr, dass sich die Krankheit im gesamten Volk ausbreitet. Bleibt sie unentdeckt, kann am Ende der komplette Bienenstock zusammenbrechen.

Besonders tückisch sind die widerstandsfähigen Sporen des Erregers. Sie überleben viele Jahre in Wachs, Honig oder alten Waben. Genau deshalb reicht oft schon eine kleine Unachtsamkeit aus, damit sich die Seuche weiterverbreitet. Räubernde Bienen tragen sie von geschwächten Völkern in gesunde Stöcke. Auch gebrauchte Imkereigeräte oder verunreinigte Waben können zur Gefahr werden. Für Imker bedeutet das höchste Aufmerksamkeit.

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Bürger in Sorge – so gefährlich ist die Bienenseuche für den Menschen

Sobald ein Labor den Erreger nachweist, handeln die Behörden ohne Zeitverlust. Rund um den betroffenen Bienenstand entsteht ein Sperrbezirk. Innerhalb dieses Gebietes gelten strenge Regeln. Bienenvölker dürfen ihren Standort nicht wechseln. Auch Waben, Honig, Wachs oder Imkereigeräte dürfen das Gebiet nur mit behördlicher Genehmigung verlassen. Gleichzeitig kontrollieren die Veterinärämter sämtliche bekannten Bienenstände im Umkreis. Experten entnehmen Proben und untersuchen, ob weitere Völker bereits betroffen sind. Erst wenn über längere Zeit keine neuen Fälle auftreten, heben die Behörden den Sperrbezirk wieder auf.

Für Verbraucher gibt es allerdings eine gute Nachricht. Die Amerikanische Faulbrut stellt für Menschen keinerlei Gesundheitsgefahr dar. Honig kann weiterhin bedenkenlos gegessen werden. Die Maßnahmen dienen ausschließlich dem Schutz der Honigbienen und sollen verhindern, dass sich die Krankheit immer weiter ausbreitet. Für Imker sieht die Lage deutlich ernster aus. Wird ein Volk stark befallen, drohen erhebliche wirtschaftliche Schäden. Je später die Krankheit entdeckt wird, desto größer fällt das Risiko aus, dass weitere Bienenvölker betroffen sind. Zuletzt ist die Amerikanische Faulbrut in Deutschland im Landkreis Kaiserslautern in Weilerbach ausgebrochen. Neun Bienenvölker waren im Frühjahr davon betroffen.

(Quellen: Friedrich-Loeffler-Institut, Veterinäramt, BMEL)