Tödliche Hitze: Doch mehr Opfer als gedacht

Eine Fotomontage, die den Sommer symbolisiert. Im Vordergrund sieht man ein Thermometer, das 30 Grad anzeigt. Im Hintergrund kann man einen strahlend blauen Himmel erkennen sowie eine Palme, die leicht verschwommen ist. Der Hauptfokus des Bildes liegt eindeutig auf dem Thermometer.
Symbolbild © imago/ Panama Pictures

Noch ist der Sommer 2026 nicht vorbei, doch eins ist schon jetzt klar: Es ist einer der wärmsten überhaupt. Der tödlichen Hitze fielen sogar noch mehr Menschen zum Opfer als ursprünglich gedacht.

Es ist erst Anfang August, doch der Sommer 2026 geht vielen Menschen schon seit Monaten an die Substanz. Nun zeigt sich, dass es sogar noch mehr hitzebedingte Todesopfer gibt als ursprünglich vermutet.

Hitze ist dieses Jahr DIE unterschätzte Gefahr

Extreme Hitze ist mehr als nur eine Belastung im Alltag. Während viele Menschen die hohen Temperaturen mit Sommer und Freizeit verbinden, warnen Fachleute seit Jahren vor den gesundheitlichen Folgen. Denn heiße Tage können den Körper erheblich belasten. Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und Pflegebedürftige reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. Mit zunehmendem Alter fällt es dem Organismus schwerer, überschüssige Wärme abzugeben. Dadurch steigt das Risiko für Kreislaufprobleme oder andere gesundheitliche Komplikationen.

Auch die Nächte spielen eine wichtige Rolle. Bleiben die Temperaturen dauerhaft hoch, kann sich der Körper kaum erholen. Körperliche Anstrengungen sollten deshalb möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Wer Angehörige oder Nachbarn im höheren Alter hat, sollte an heißen Tagen regelmäßig nach ihnen sehen. Schon wenige Gläser Wasser mehr oder rechtzeitiges Lüften können helfen, gesundheitliche Risiken zu verringern. Wie dramatisch sich die außergewöhnliche Hitze in diesem Jahr bereits ausgewirkt hat, zeigt sich an den neuesten Berechnungen des Robert Koch-Instituts.

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RKI erhöht Zahl der Hitzetoten deutlich nach oben

Nach aktuellen Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind bis Ende Juli bundesweit bereits rund 11.900 Menschen infolge extremer Hitze gestorben. Damit liegt die Zahl schon jetzt deutlich über dem bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2018. Besonders auffällig ist die Korrektur der Daten für die Hitzewelle Ende Juni. Während zunächst von rund 5.000 hitzebedingten Todesfällen die Rede war, beziffert das Institut die Zahl inzwischen auf etwa 9.600. Grundlage der Berechnungen sind Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes sowie Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes.

Am stärksten betroffen sind ältere Menschen. Der größte Teil der geschätzten Todesfälle entfällt auf Personen ab 75 Jahren, insbesondere auf Hochbetagte über 85 Jahre. Ursache ist häufig das Zusammenspiel hoher Temperaturen mit bereits bestehenden Herz-Kreislauf- oder anderen Vorerkrankungen. Angesichts der Entwicklung fordern zahlreiche Gesundheitsorganisationen weitere Maßnahmen zum Hitzeschutz. Diskutiert werden unter anderem besser ausgestattete Pflegeeinrichtungen, hitzeresistente Schulen und Kindertagesstätten sowie umfassendere Schutzkonzepte für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen.

(Quellen: RKI, NABU, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)