Tödliche Tropenkrankheit in Deutschland – Behörden warnen

Mehrere vergrößerte Virenpartikel schweben vor einem dunklen Hintergrund, umgeben von feinen Lichtreflexen und schwebenden Partikeln, die Ansteckung bei einem Virus symbolisieren. Mit Hilfe einer rötlichen Einfärbung wurden die Zellen unter einem Mikroskop sichtbar gemacht.
Symbolbild © istockphoto/koto_feja

Nicht jede Infektionskrankheit verläuft schwer, doch einige Erreger können innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohliche Komplikationen auslösen. Entscheidend sind dabei unter anderem die Art des Erregers, der Gesundheitszustand der betroffenen Person und der Zeitpunkt der Behandlung. Besonders kritisch kann es werden, wenn eine Krankheit zunächst unspezifische Beschwerden verursacht.

Malaria kann schnell sehr gefährlich werden

Malaria entsteht durch Parasiten der Gattung Plasmodium. Meist übertragen weibliche Anopheles-Mücken die Erreger durch einen Stich auf den Menschen. Zu Beginn ähneln die Beschwerden häufig anderen Infektionen. Erkrankte entwickeln unter anderem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Auch Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall können auftreten. Besonders gefährlich ist die Malaria tropica, die der Erreger Plasmodium falciparum verursacht. Bei schweren Verläufen kann sich der Gesundheitszustand innerhalb kurzer Zeit verschlechtern.

Gefährliche Tropenkrankheit sorgt für drei Todesfälle

Die Krankheit tritt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen auf. Besonders viele Infektionen registrieren Fachleute in Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas. In Deutschland kommen die meisten Malariafälle nach Reisen in entsprechende Gebiete vor. Daneben existiert jedoch eine sehr seltene Form, die sogenannte Flughafenmalaria. Dabei gelangen infizierte Anopheles-Mücken etwa mit Flugzeugen oder Gepäck in Regionen, in denen Malaria normalerweise nicht vorkommt. Eine solche Mücke kann anschließend Menschen am Flughafen oder in dessen Umgebung stechen. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch findet im normalen Alltag dagegen nicht statt.

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Nun hat Frankfurt einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit einer Malaria-Infektion gemeldet. Die betroffene Person lebte nach Angaben der Stadt in Schwanheim nahe dem Flughafen und gehörte zu zwei im September bekannt gewordenen Fällen. Beide hatten zuvor kein Malaria-Endemiegebiet bereist und arbeiteten nicht am Flughafen. Bereits zuvor waren zwei Menschen aus sechs bekannten Flughafenfällen im Sommer gestorben. Ob die neueren Infektionen direkt mit diesem Geschehen zusammenhängen, prüfen Fachleute noch. Das Gesundheitsamt schätzt die Gefahr für die Bevölkerung zwar weiterhin als sehr gering ein, empfiehlt dennoch Schutz vor Mückenstichen, etwa durch Repellents, lange Kleidung und Fliegengitter.

(Quellen: RKI, Gesundheitsamt Frankfurt, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)