Traditionsfirma verschwindet: Endgültig Schluss nach Jahrzehnten

Auf dem Bild ist ein großer Gebäudekomplex inmitten einer urbanen Umgebung zu sehen. Das Areal ist von Wohnhäusern, Grünflächen und weiteren Bauten umgeben. Es handelt sich um eine Firma aus Baden-Württemberg.
Symbolbild © imago/imagebroker

Nach Jahrzehnten voller Erfolge verschwindet nun eine weitere Traditionsfirma aus Baden-Württemberg. Jetzt ist endgültig Schluss. Dabei bestand vor einigen Wochen noch Hoffnung, dass es anders ausgehen könnte.

Eine weitere Traditionsfirma verschwindet jetzt – und das endgültig. Dabei existierten vor einigen Wochen noch Hoffnung und vor allen Dingen auch Pläne, wie es weitergehen könnte. Leider konnte man nichts davon realisieren.

Online-Handel, Preisdruck und Inflation: Probleme treiben immer mehr Unternehmen in die Insolvenz

Schaut man sich die Gründe für die Insolvenzen der Unternehmen in den einzelnen Branchen an, wird schnell klar, dass die Gründe fast überall dieselben sind. So müssen Mode-Unternehmen Insolvenz anmelden, weil der Preisdruck einfach zu hoch ist. Die Verbraucher kaufen lieber in Onlineshops ihre Kleidung, weil diese sehr viel billiger sind und die Auswahl dort auch größer ist. Und auch die Inflation spielt eine große Rolle, sowohl auf der Unternehmer- als auch der Verbraucherseite. Die Verbraucher geben weniger Geld aus, weil sie durch die Inflation höhere Ausgaben haben. Die Unternehmen müssen im Gegenzug ihre Preise anheben, damit sie die teureren Waren usw. ausgleichen können. Diese höheren Preise wiederum wollen immer weniger Kunden zahlen. Ein Teufelskreis, aus dem man wohl kaum herauskommt.

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Nach Jahrzehnten verschwindet Traditionsfirma: „Hatten noch Hoffnung“

Nun hat es jedoch eine weitere Traditionsfirma getroffen, die aufgeben muss, denn die Probleme haben dazu geführt, dass das Unternehmen nicht weitermachen konnte. Bereits im Oktober hatte das Mode-Unternehmen Biggi M aus Albstädt Insolvenz angemeldet. Die Löhne und Gehälter für die Mitarbeiter wurden für Oktober, November und Dezember vom zuständigen Jobcenter übernommen. Ab dem 1. Januar dieses Jahres hat dann das normale Insolvenzverfahren begonnen. Die Gehälter kann das Unternehmen nicht aus eigener Kraft zahlen, weshalb jetzt endgültig Schluss ist.

Dabei existierten noch Pläne, um Biggi M zu retten. So sollte eine Frühjahrskollektion Hoffnung machen, dass man sich aus eigener Kraft wieder finanzieren könnte. Doch eine Rechnung hat ergeben, dass die daraus resultierenden Aufträge erst im April oder Mai Geld eingebracht hätten. Bis dahin könnte sich die Firma nicht eigenständig über Wasser halten. Ein Interessent hatte das Unternehmen bereits besichtigt. Zu einer Vereinbarung war es jedoch nicht gekommen. Bedauerlicherweise erschien kein weiterer Investor rechtzeitig, um Biggi M zu retten. Die elf Mitarbeiter haben die Kündigung bereits im Dezember erhalten. Nun geht es nur noch um die Abwicklung.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Zollern-Alb-Kurier, Insolvenzverwalter, dpa, Biggi M)