Traditionshersteller Varta meldet Insolvenz an – Zukunft ungewiss

Ein großes buntes Schild prägt das Firmengebäude von Varta, dem Batteriehersteller. Gelb-blau strahlt der Schriftzug samt Logo hoch auf dem Dach unter einem blauen Himmel.
Symbolbild © imago/Rust

Viele Unternehmen in Deutschland mussten in den letzten Jahren große Herausforderungen meistern. Auch Varta hat es schwer erwischt: Der Batteriehersteller meldet Insolvenz an und muss um seine Zukunft bangen.

Nach Monaten voller Unsicherheit fällt eine folgenschwere Entscheidung und bringt einen bekannten Konzern erneut in Bedrängnis. Varta geht in die Insolvenz und die Zukunft ist mehr als ungewiss.

Eine bekannte Marke kämpft ums Überleben

Seit Jahrzehnten gehört Varta zu den bekanntesten Batterieherstellern Deutschlands. Ob Fernbedienung, Taschenlampe oder Spielzeug – die Produkte des Unternehmens finden sich in Millionen Haushalten. Doch hinter der traditionsreichen Marke verschärfte sich die wirtschaftliche Lage zuletzt zunehmend. Schon seit Längerem litt der Konzern unter einer schwächeren Nachfrage, schwierigen Marktbedingungen und wachsendem Konkurrenzdruck. Hinzu kamen Währungseffekte sowie der Verlust eines wichtigen Großkunden. Branchenexperten sehen darin typische Herausforderungen, mit denen derzeit viele europäische Batteriehersteller konfrontiert sind.

Ein Verbrauchertipp: Für Käufer klassischer Haushaltsbatterien besteht aktuell kein Grund zur Hamsterkäufen. Denn nach Unternehmensangaben ist das Consumer-Geschäft mit den bekannten Haushaltsbatterien nicht Teil der nun eingeleiteten Insolvenzverfahren und soll unabhängig weitergeführt werden. Wie tief die Krise inzwischen reicht, wurde jedoch erst mit der jüngsten Entscheidung des Unternehmens deutlich.

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Varta meldet Insolvenz an – mehrere Gesellschaften betroffen

Varta hat für die Konzernmutter sowie mehrere Tochtergesellschaften Anträge auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das zuständige Amtsgericht Stuttgart bestätigte den Eingang von insgesamt vier Anträgen. Ziel der Eigenverwaltung ist es, den Geschäftsbetrieb während der Sanierung möglichst fortzuführen. Betroffen sind neben der Varta AG die Varta Microbattery GmbH in Ellwangen, die Varta Micro Production GmbH in Nördlingen und die Varta Storage GmbH.

Als Ursachen nennt das Unternehmen unter anderem eine Finanzierungslücke, die eingetrübte Marktlage, rückläufige Nachfrage und das Ende der Zusammenarbeit mit einem wichtigen Kunden. Parallel treiben wichtige Gläubiger eine umfassende Neuordnung des Konzerns voran. Nach ihren Plänen soll das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Unternehmen herausgelöst werden. Damit rückt auch eine Aufteilung des traditionsreichen Konzerns näher. Wie die Zukunft von Varta letztlich aussieht, bleibt offen. Das Unternehmen betont jedoch, alles daran zu setzen, möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern und den operativen Betrieb langfristig zu erhalten.

(Quellen: Varta AG, Amtsgericht Stuttgart)