Traditionskette schließt alle Filialen – „Alles wird verschleudert“

Die großen Schaufenster eines Geschäftes sind voll mit Plakaten und Schildern, die die Kunden darauf hinweisen, dass es sich hier um einen Räumungsverkauf handelt und diese Filiale schließen wird. Auf den Plakaten und Schildern steht: "Jetzt oder nie", "Schluss aus raus", "Totaler Räumungsverkauf" und "Wir schließen diese Filiale". Einige Menschen gehen an der Filiale vorbei. Durch ihre Bewegung und die Momentaufnahme der Kamera sind ihre Gesichert verschwommen.
Symbolbild © imago/Wolfgang Maria Weber

Sowohl für die Kunden als auch die Inhaber geht diese Entscheidung mit einem weinenden und einem lachenden Auge einher: Eine Traditionskette schließt nun alle Filialen, weshalb alles verschleudert wird. Die Besitzer haben jedoch gewichtige Gründe für ihren Rückzug.

Seit fast vierzig Jahren konnten Kunden hier gut einkaufen. Doch nun schließt die Traditionskette alle Filialen und verschleudert alles. Wer jetzt schnell ist, kann sogar noch das ein oder andere Schnäppchen ergattern.

Nächster Traditionsbetrieb schließt – „Haben keine andere Wahl“

Die Meldungen über die Schließungen großer und kleinerer Unternehmen reißen einfach nicht ab. Zu groß ist der finanzielle Druck, zu zurückhaltend sind die Kunden. Seit der Corona-Pandemie scheint sich die Situation sowohl für die Betriebe als auch für die Kundschaft nicht zu stabilisieren. Glaubt man den Prognosen der Experten, wird sich dies in den nächsten Monaten wohl auch nicht ändern. Bundeskanzler Merz versucht dem entgegenzuwirken und will zahlreiche Vereinfachungen und Änderungen auf den Weg bringen, um die Unternehmen zu sichern und die Menschen wieder zum Kaufen zu animieren. Bislang geändert hat sich jedoch nicht viel. Nun schließt die nächste Traditionskette ihre kompletten Filialen. Laut den Inhabern blieb ihnen für diese Entscheidung jedoch keine andere Wahl.

Kunden können Schnäppchen ergattern, wenn sie schnell sind

Im Gegensatz zum herkömmlichen Werdegang haben es die Besitzer der „self mein Markt“-Filialen und des Möbelhauses Dahlmann nicht eilig. Sie planen, bis zum Ende des Jahres aufzuhören. Die Brüder Axel und Curd Louis Dahlmann wollen es ruhig angehen lassen. Damit jedoch zum Jahresende hin alles passt, hat das Unternehmen in den sozialen Medien nun die Rabattschlacht angekündigt. Auf Küchen und Möbel gibt es satte 50 Prozent Preisnachlass, auf Artikel aus dem Baumarkt gewährt die Kette zwanzig Prozent. Da es sich um einen Ausverkauf zur Schließung der Filialen handelt, gelten die Angebote nur so lange, wie der Vorrat reicht.

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Die beiden Brüder geben jedoch nicht aus finanziellen Gründen ihren Geschäftsbetrieb auf. Da Axel bereits 77 und Curd Louis schon 67 Jahre alt ist, wollen die beiden in den Ruhestand gehen. Zudem gäbe es Vorkommnisse in ihrer Familie, die sehr viel Kraft gekostet hätten, unter anderem die Nachricht einer Krankheit. Aufgrund der aktuellen Marktlage habe es auch keinen geeigneten Nachfolger gegeben, sodass die Brüder alle Filialen in in Kempen, Straelen und Kevelaer schließen werden. Auch für die ca. 100 Mitarbeiter haben die Gebrüder Dahlmann gesorgt. Diese kommen in anderen Möbelhäusern unter. Wer die Standorte übernimmt, darüber wird derzeit noch verhandelt. Man habe an den Standorten immer gute und freundschaftliche Kontakte zur Konkurrenz gepflegt und sich in schweren Zeiten unterstützt. Dies kommt nun den Angestellten zugute.