Trinkwasser-Alarm: Abkochgebot gilt jetzt für mehr als 30 Orte

Auf dem Bild ist zu sehen, wie Wasser in einem silberfarbenen Topf auf einer Herdplatte erhitzt wird. Erste Bläschen steigen auf.
Symbolbild © istockphoto/RyersonClark

Trinkwasser muss in Deutschland hohe gesetzliche Anforderungen erfüllen. Deshalb prüfen Wasserversorger die Wasserqualität regelmäßig und kontrollieren sie an vielen Stellen des Versorgungsnetzes. Laboruntersuchungen erfassen dabei unter anderem mögliche Keime, chemische Stoffe und weitere Bestandteile des Wassers. Die Ergebnisse zeigen in den meisten Fällen eine einwandfreie Qualität. 

Trinkwasser: In Deutschland wird höchste Qualität gesichert

Für die Überwachung des Trinkwassers tragen mehrere Stellen Verantwortung. Zunächst kontrollieren die Wasserversorger die Qualität ihres Trinkwassers durch regelmäßige Untersuchungen. Zusätzlich überwachen die zuständigen Gesundheitsämter die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Sie prüfen die Ergebnisse der Wasseranalysen und greifen ein, sobald sich Hinweise auf mögliche Gesundheitsgefahren ergeben. Außerdem stimmen sich Behörden und Wasserversorger eng miteinander ab, damit sie bei Auffälligkeiten rasch handeln können. Dieses Zusammenspiel sorgt dafür, dass mögliche Risiken möglichst früh erkannt werden und die Bevölkerung rechtzeitig Informationen sowie notwendige Schutzmaßnahmen erhält.

Die zuständigen Behörden handeln unverzüglich, sobald Untersuchungen gesundheitlich relevante Bakterien im Trinkwasser nachweisen. Sie bewerten zunächst das mögliche Risiko für die Bevölkerung und entscheiden anschließend über notwendige Schutzmaßnahmen. Dazu gehört häufig ein Abkochgebot, damit Verbraucher das Wasser vor dem Trinken oder der Zubereitung von Speisen ausreichend erhitzen. Gleichzeitig suchen Wasserversorger nach der Ursache der Verunreinigung und leiten Maßnahmen ein, um die Belastung zu beseitigen. Weitere Wasserproben zeigen anschließend, ob die Qualität wieder den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Erst danach können die Behörden die Schutzmaßnahmen wieder aufheben.

Lesen Sie auch
Achtung Falle: Falsche Briefe fordern Bürger zur Zahlung auf

Trinkwasser-Alarm: Zahlreiche Orte betroffen

Eine routinemäßige Wasseruntersuchung brachte im Hochbehälter Giescheid im Kreis Euskirchen eine Belastung mit Enterokokken ans Licht. Diese Bakterien leben normalerweise im Darm vieler gesunder Menschen, können außerhalb dieses Bereichs jedoch unter anderem Harnwegsinfektionen, Blutvergiftungen oder Entzündungen der Herzklappen auslösen. Weil sich eine gesundheitliche Gefahr durch das Trinkwasser nicht sicher ausschließen ließ, ordnete das Kreisgesundheitsamt am 8. Juli für zahlreiche Orte der Gemeinde Hellenthal ein Abkochgebot an. Betroffen sind Bungenberg, Dalmerscheid, Eichen, Felser, Giescheid, Grube Wohlfahrt, Haus Eichen, Hecken, Heiden, Hescheld, Ingersberg, Kamberg, Kradenhövel, Kreuzberg, Linden, Manscheid, Neuhaus, Paulushof, Rescheid, Schnorrenberg, Schömbach, Schwalenbach, Sieberath, Wahld, Wiesen, Wildenburg, Winten, Wittscheid, Wolfert, Wollenberg, Zehnstelle und Zingscheid.

(Quellen: Wasserverband Oleftal, Kreis Euskirchen, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)