Trinkwasser-Notstand in Deutschland – Erste Städte schlagen Alarm

Trinken aus Wasserhahn
Symbolbild © istockphoto/sonsam

2022 ist ein Hitzesommer. Viel Sonne und wenig Regen. Das hat Auswirkungen auf unser Trinkwasser. Einige Regionen schlagen jetzt Alarm.

Im Taunus fährt die Feuerwehr durch Königsstein und macht eine Ansage:

„Bitte unterlassen Sie ab sofort das Bewässern von Grün- und Gartenanlagen und die Befüllung von Schwimmbecken mit Trinkwasser nach den Vorgaben der Gefahrenabwehrverordnung. Es wird dringend um Beachtung gebeten!“

Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 77 HSOG. Es droht eine Geldbuße bis zu 5.000 Euro.

Wasserverbrauch im Taunus ist zu hoch

Gerade für Besitzer von Villen mit großen Gartengrundstücken ist das eine schwierige Situation. Denn der Garten muss an heißen Tagen bewässert werden. Das ist deutlich zu merken.

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Der Wasserverbrauch in Königstein ist in die Höhe gestiegen. Und zwar von 2.500 Kubikmeter auf rund 4.000 Kubikmeter. Er entspricht somit einem Tagesverbrauch von 230 Liter pro Einwohner/Tag.

Im Ortsteil Falkenstein erreicht der Verbrauch pro Kopf sogar 250 Liter pro Tag. Der Normalverbrauch liegt sonst bei 140 Litern.

„Für die Deckung des Trinkwasserbedarfs ist das entschieden zu viel“, so äußert sich die Stadt dazu. Und weil vor allem abends und nachts große Mengen Trinkwasser verbraucht werden, besteht ein Verdacht. Das Trinkwasser wird vermutlich heimlich zum Bewässern genutzt.

Auch die Stadt Dortmund schlägt Alarm

In NRW macht man sich ebenfalls Sorgen. Zwar ist das Trinkwasser dort noch nicht knapp. Dennoch sollten die Verbraucher sparen.

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Denn am Rheinpegel kann man es sehen, Wasser ist keine unendliche Ressource. Die Wälder sind trocken und auch beim heimischen Rasen sieht es wohl nicht besser aus.

Somit wird es immer wichtiger, Wasser zu sparen. Das Trinkwasser ist derzeit jedoch noch nicht in Gefahr. So äußern sich die Stadtwerke Dortmund (DEW21).

Doch die Wasserleitungen sind aktuell in Hochbetrieb. Denn bei den aktuell hohen Temperaturen steigt der Verbrauch stark an. So kommt es im gesamten Netz zu Spitzenabgaben.

Der Tagesverbrauch im Versorgungsgebiet ist von rund 135.000 Kubikmetern auf 161.000 Kubikmeter gestiegen.

Jeder sollte Wasser sparen

Auch wenn das Trinkwasser im Ruhrgebiet noch nicht knapp ist, die Stadtwerke geben bereits Tipps, wie man Wasser spart. Und jeder Bürger sollte sie beherzigen.

  • Wassersparende Bauteile (Armaturen) in Waschbecken und WC einbauen.
  • Wasch- und Geschirrspülmaschinen nur einschalten, wenn sie voll sind.
  • Pflanzen nur abends oder morgens gießen, um Verdunstung zu vermeiden.
  • Rasen nicht zu häufig mähen, da langer Rasen mehr Feuchtigkeit hält.
  • Auto nicht zu Hause waschen.
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Mit diesen Tipps lässt sich sicherlich einiges an Wasser sparen. Derzeit gehen die Wetterexperten nicht davon aus, dass es in nächster Zeit viel regnen wird.