Trotz Promi-Influencer: Bekannte Schmuckmarke ist insolvent

Ein geschlossenes Schmuckgeschäft mit einem Rollgitter. Im Schaufenster steht "Outlet" und "Wir schliessen!" geschrieben. Im beleuchteten Fenster sind verschiedene Schmuckstücke ausgestellt. Es werden Rabatte bis zu 50 Prozent angeboten.
Symbolbild © imago/Jochen Tack

Glitzer, Glamour und große Namen reichten am Ende nicht aus. Trotz prominenter Werbegesichter und spiritueller Botschaften ist diese Schmuckmarke nun insolvent und kämpft um ihre Zukunft.

Glitzer, Glamour und prominente Gesichter – jahrelang schien bei dieser Schmuckmarke alles zu funkeln. Doch hinter den Kulissen tat sich eine gefährliche Lücke auf.

Plötzlich brach der wichtigste Absatzmarkt weg

Die Wiener Schmuckszene ist um eine Illusion ärmer – und um eine Marke, die stark auf Emotionen, Spiritualität und bekannte Namen setzte. Noch vor Kurzem präsentierten Prominente den Schmuck, heute steht das Unternehmen vor einem finanziellen Scherbenhaufen. Über Jahre hinweg lebte die Marke von einem ganz bestimmten Vertriebsmodell: Teleshopping. Schmuck, live präsentiert, aufgeladen mit Geschichten über Energie, Wirkung und Persönlichkeit – das kam an. Doch genau dieser Absatzkanal wurde der Firma schließlich zum Verhängnis. Als gleich zwei zentrale Verkaufsschienen überraschend eingestellt wurden, geriet das Geschäftsmodell ins Wanken. Die Rede ist von Channel 21 und AstroTV. Mit dem Aus dieser Teleshopping-Plattformen brach ein Großteil des Umsatzes schlagartig weg.

Es folgte ein massiver Einbruch der Einnahmen, der auch durch Sparmaßnahmen und den Versuch, neue Absatzwege zu erschließen, nicht mehr aufgefangen werden konnte. Die Wiener SH Schmuckhandel GmbH, bekannt unter der Marke Gabriele Iazzetta, musste Insolvenz anmelden. Am Handelsgericht Wien wurde ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet.

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Prominente Namen, spirituelle Botschaften – und harte Zahlen

Die Marke steht für Schmuck mit Bedeutung. Gründerin und Designerin Gabriele Iazzetta machte sich mit spirituell geprägten Kreationen einen Namen. Ihre Stücke sollten nicht nur schmücken, sondern auch eine energetische Wirkung entfalten. Bekannt war Iazzetta zudem als langjährige Verlegerin des Astronomie-Magazins Star Observer.

Zum Markenaufbau setzte man konsequent auf prominente Gesichter. Claudia Effenberg, Model Gitta Sax und Moderatorin Sasa Schwarzjirg warben für die Marke. Doch auch Star-Power schützt nicht vor wirtschaftlicher Realität. Die Zahlen sind ernüchternd: Rund 513.758 Euro an Passiva stehen Aktiva von etwa 188.000 Euro gegenüber. Betroffen sind rund zwanzig Gläubiger sowie ein Mitarbeiter. Immerhin: Der laufende Geschäftsbetrieb soll vorerst fortgeführt werden. Dabei ist der Markt grundsätzlich attraktiv. In Deutschland werden mit Uhren und Schmuck jährlich vier bis fünf Milliarden Euro umgesetzt, 2023 sogar mehr als 5,3 Milliarden Euro – ein Rekordwert. Doch dieser Fall zeigt: Ohne stabile Vertriebskanäle kann selbst glanzvoller Schmuck schnell seinen Wert verlieren.

(Quellen: Gabriele Iazzetta, Creditreform, dpa)