
Über eine Million Jobs sind hierzulande weiterhin nicht besetzt, während es immer mehr Arbeitslose gibt. Dabei leiden zahlreiche deutsche Unternehmen unter dem Mangel an qualifiziertem Personal und suchen dringend nach passenden Besetzungen.
Viele Arbeitssuchende beklagen sich über Bewerbungsabsagen. Zugleich sind Arbeitgeber mehr denn je auf Personal angewiesen, nach dem sie verzweifelt suchen.
Auswertung belegt: Über eine Million Jobs sind frei
Das Studium abschließen und schnell eine passende Stelle finden: Daran glaubt ein Teil der Studierenden in Deutschland heute nicht mehr. Das belegt eine Auswertung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Demnach zweifeln etwa 12 Prozent an ihrem Erfolg nach dem Studium. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das ein Anstieg. Die Herausforderungen am derzeitigen Arbeitsmarkt dürften zur gedrückten Stimmung beitragen. Wie neueste Zahlen zeigen, gibt es eine auffällige Diskrepanz zwischen Arbeitssuchenden und Stellenangeboten ‒ auch wenn hierbei vor allem Ungelernte betroffen sind.
Warum Arbeitssuchende und Firmen oft nicht matchen
Anfang 2026 lief die Suche der Firmen nach Personal schleppend. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Zahl der freien Jobs um gut 100.000 gesunken. Trotzdem gab es im ganzen Land laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) immer noch mehr als eine Million unbesetzte Stellen. Fachleute verweisen auf einen wichtigen Grund: Die Wünsche der Bewerber und der Bedarf der Unternehmen passen nicht zusammen. Rund 2,23 Millionen Arbeitsuchende wollen am liebsten eine Stelle, die keine Berufsausbildung voraussetzt.
Doch das Angebot entspricht nicht der Nachfrage. Im letzten Quartal des Jahres 2025 richteten sich zum Beispiel nur 24 Prozent der freien Arbeitsplätze an Ungelernte. Viele Firmen suchen demnach fast ausschließlich Fachkräfte. Interessant sind auch die Unterschiede in den Statistiken: Das IAB zählt auch Stellen mit, die unter dem Radar der Behörden laufen. Deshalb liegt die Gesamtzahl von 1,15 Millionen um gut 500.000 Stellen über dem offiziellen Bericht der Bundesagentur für Arbeit. Um den Fachkräftebedarf zu sichern, fordern Experten gezielte Qualifizierungsprogramme für Arbeitssuchende. Finanzielle Sorgen, bürokratische Hürden und Angebote, die nicht zu den eigenen Lebensumständen passen, erschweren die Lage für viele jedoch weiterhin.
(Quellen: IAB, Handelsblatt, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














