Über 1.000 Stellen: Deutsche Parfümerie-Kette kündigt es nun an

In einer Parfümerie stehen Parfüms verschiedener Marken. Vor einem lila-schwarzen Hintergrund sind mehrere Artikel ausgestellt, die das Geschäft unter "Angebote" anbietet. Das Licht an der Decke ist angeschaltet.
Symbolbild © imago/biky

Über 1.000 Stellen konnte diese bekannte Parfümerie besetzen und zahlreiche Geschäfte eröffnen, bevor es plötzlich bergab ging. Jetzt meldet sich das Unternehmen mit überraschenden Entwicklungen zurück. Kunden horchen auf.

Erst der Schock, dann die guten Nachrichten: Trotz Krisenstimmung schöpft eine beliebte Parfümerie jetzt wieder Hoffnung. Das ist der Grund.

Einzelhandel in der Krise ‒ auch diese Kette ist betroffen

Nach über 90 Jahren am Markt ist eine beliebte Parfümerie in eine wirtschaftliche Notlage geraten. So erging es bereits vielen anderen: Fast 2.500 Einzelhändler meldeten zwischen August 2024 und 2025 Insolvenz an. Gravierende Umsatzeinbußen, sparsame Kunden, steigende Betriebskosten ‒ die Kombination verschiedener belastender Faktoren hat mittlerweile auch die bekannte Parfümerie in eine Schieflage gebracht. Sie durchläuft ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, doch neuere Entwicklungen lassen aufhorchen.

Parfümerie mit über 1.000 Stellen schöpft Hoffnung

Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1931 zurück. Mit der Insolvenz steht der Händler vor großen Herausforderungen, die die Existenz des traditionsreichen Betriebs bedrohen. In schweren Zeiten zeigt sich jedoch eine positive Tendenz, wie die Kette inzwischen vermeldet. Demnach war vor allem das wichtige Weihnachtsgeschäft für die Parfümerie Pieper entscheidend, welches das Unternehmen dank der Warenbelieferung durch den Verbund Beauty Alliance gewährleisten konnte. Einen bedeutenden Teil ihrer Einnahmen erzielen Geschäfte traditionell zum Jahresende. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte rund 126 Milliarden Euro Umsatz für das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel vorausgesagt.

Lesen Sie auch
Person macht Fund: Haushaltsauflösung bringt Schatz ans Licht

Der Geschäftsbetrieb bei Pieper läuft seit der Insolvenz zudem weiter. Das betrifft sowohl die Geschäfte vor Ort als auch den Webshop. Außerdem dürfen Gutscheine wieder eingelöst werden. Dafür hat der Einzelhändler, der eigenen Angaben nach über 1.000 Stellen besetzt hat, grünes Licht vom Gläubigerausschuss bekommen. Die Löhne der Mitarbeiter der Parfümeriekette aus Herne übernimmt die Bundesagentur für Arbeit, doch das Insolvenzgeld ist auf drei Monate begrenzt. Geschäftsführer Oliver Pieper zeigt sich derweil optimistisch und freut sich vor allem über die Kundentreue, die maßgeblich zum weiteren Erfolg beitragen soll. Ob es dem Unternehmen planmäßig gelingt, sich zukunftssicher aufzustellen, zeigt die Zeit.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Unternehmensangaben von Parfümerie Pieper, Aussagen von Insolvenzverwaltern, Beauty Alliance)