Über 1 Jahr! Neue Groß-Baustelle auf der Südtangente in Karlsruhe

Symbolbild/Montagebild (Foto: Stadt karlsruhe)

Karlsruhe: Mit größeren Baumaßnahmen und den daraus resultierenden Verkehrsbehinderungen müssen in diesem Jahr Autofahrer auf der Südtangente im Bereich des Edeltrudtunnels rechnen.

Ab April wird die Betriebstechnik des 609 Meter langen Bauwerks erneuert und auf den aktuellen Stand der Technik nachgerüstet. Hierfür ist während der Sommermonate eine halbseitige Sperrung des Tunnels mit teilweise einstreifiger Verkehrsführung erforderlich.


Bei Eröffnung des Edeltrudtunnels als letztem Bauabschnitt der Südtangente war man 1988 noch von einer Laufzeit der Betriebstechnik von rund 20 Jahren ausgegangen. Da die Tunnelbetriebstechnik nach nunmehr über 30 Jahren schlicht am Ende ihrer Lebensdauer angekommen ist, wird es höchste Zeit für eine Erneuerung.

Wie das städtische Tiefbauamt mitteilt, öffnet sich in diesem Jahr ein verkehrlich günstiges Zeitfenster für die Arbeiten, weil auf den Autobahnen A5 und A8 eine Baustellenpause eingelegt wird und somit der überörtliche Verkehr andere Wege nehmen kann. Dank der kooperativen Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe konnten die Maßnahmen an Bundesfern- und Landesstraßen und die städtischen Maßnahmen bestmöglich auf einander abgestimmt werden. Zudem geht der Umbau der Kriegsstraße mit der absehbaren Fertigstellung des Karoline-Luise-Tunnels in 2021 in die Endphase.

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Erneuerung der Tunnelbetriebstechnik und der Fahrbahnen

Im Zuge der Erneuerung und Nachrüstung der Tunnelbetriebstechnik werden zunächst ab April 2021 die Fahrbahnen im Edeltrudtunnel und in der sich nach Osten anschließenden Grundwasserwanne vollständig erneuert. Gleichzeitig sind auch einzelne Bauwerksteile im Tunnel und im Grundwassertrog zu sanieren und umfangreiche Leerrohrtrassen an den Fahrbahnrändern im westlichen und östlichen Tunnelvorfeld für die neue Verkehrstechnik herzustellen.

Ab Mitte September 2021 ist dann die Erneuerung und Nachrüstung der gesamten Tunnelbetriebstechnik vorgesehen, die eine deutliche Erhöhung der Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer zukünftig bewirken wird. Neben der Erneuerung der Beleuchtung und der Tunnellüftung werden unter anderem auch die Sicherheitseinrichtungen optimiert und erweitert. So werden die bestehenden und derzeit noch offenen drei Fluchtwege durch die Tunnelmittelwand in die Nachbarröhre auf insgesamt sieben Fluchtwege erhöht und mittels moderner Fluchttüren geschlossen. Damit lässt sich im Brandfall ein Rauchübertritt in die Fluchtröhre sicher verhindern und die Fluchtweglängen werden deutlich reduziert. Zusammen mit den vielen neuen Sicherheitseinrichtungen, wie etwa Videoüberwachung und Lautsprecher, wird insgesamt ein hohes Sicherheitsniveau erreicht.

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Teilweise einspurige Verkehrsführung erforderlich

Auf Grund der verkehrlichen Bedeutung der Südtangente und nur begrenzt leistungsfähiger Ausweichrouten erfolgt die Umsetzung der gesamten Maßnahme unter Aufrechterhaltung des Verkehrs. Für die Bauzeit von April 2021 bis etwa Ende 2022 stehen in der Regel in den Hauptverkehrszeiten in beiden Fahrtrichtungen jeweils zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Der größte Eingriff in den Verkehr wird während der Sommermonate stattfinden, denn dann muss für den Bau der Fahrbahnen mit der darunterliegenden Bauwerksabdichtung halbseitig gesperrt werden. Von Juli bis September 2021 werden in dieser Bauphase Richtung Westen weiterhin zwei Fahrstreifen frei sein, Richtung Osten jedoch nur noch ein Fahrstreifen.

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Erweiterung des Betriebsgebäudes

Damit die erforderliche neue Leittechnik des Tunnels untergebracht werden kann, während gleichzeitig die alten Betriebsmittel zur Aufrechterhaltung des Verkehrs im Tunnel noch am Leben gehalten werden müssen, ist eine Erweiterung des bestehenden Betriebsgebäudes notwendig. Diese Arbeiten haben als Vorabmaßnahme bereits im November 2020 begonnen und dauern voraussichtlich noch bis Ende April. Zwar hat diese Maßnahme keine Auswirkungen auf den Verkehr an der Südtangente, doch musste dafür der Geh- und Radweg entlang der Alb gesperrt werden.

Intensiv eingebunden in die Baumaßnahme sind außerdem die Stadtwerke Karlsruhe zusammen mit dem Stadtwerke Netzservice, die auch in der Bauphase die Tunnelüberwachung übernehmen und mit notwendigen Provisorien im Vorfeld der Maßnahme das Tiefbauamt tatkräftig unterstützen