Millionen Menschen in Deutschland kommen finanziell knapp über die Runden. Mit einem Zuschuss von über 400 Euro kann man ihnen das Leben jedoch erleichtern. Kaum jemand nimmt dies jedoch in Anspruch.
Finanzielle Unterstützung: „Dunkelziffer ist wohl sehr viel höher“
Hierzulande leben 5,6 Millionen Bürgergeld-Empfänger, über drei Millionen Arbeitslose und über vier Millionen Rentner, die in Armut leben oder unmittelbar von Armut bedroht sind. All diese Gruppen haben eines gemeinsam: Trotz der monatlichen Beträge, die sie zur Verfügung haben, kommen sie vorne und hinten mit dem Geld nicht hin. Dies liegt jedoch nicht an mangelndem Verständnis für Geld oder an ihrer Sparsamkeit. Nein, das Leben ist einfach zu teuer geworden, um es sich noch leisten zu können.
Während jedoch die Menschen vom Bürgergeld oder vom Arbeitslosengeld wissen, sieht es bei den Rentnern anders aus. Sie beziehen ihre Rente und wissen gar nicht, dass ihnen eigentlich mehr zustehen würde. Zwar besagen die Schätzungen, dass etwa 3,5 Millionen Rentner über 66 von Armut bedroht sind. Doch es dürften weitaus mehr sein, so Experten.
Zuschuss von über 400 Euro: Das erhalten die Betroffenen
Wieso die Dunkelziffer bei den Rentnern höher liegt, erklären Experten damit, dass viele gar nicht wüssten, was ihnen zusteht. Hinzu kommt die Angst vor Formularen, die immer weiter digitalisiert werden. Ein nicht zu unterschätzender Grund sei außerdem die Scham. Wer will schon einen Antrag auf Sozialleistungen stellen, wenn man sein ganzes Leben lang gearbeitet hat?
Der Verein Ein Herz für Rentner e.V. setzt bei den Betroffenen an und gibt ihnen Beratungsstellen an die Hand, die ihnen mit den Formularen helfen. Haben die Rentner Grundsicherung und/oder Wohngeld beantragt und reicht das Geld immer noch nicht, können sie sich bei einem Einkommen zwischen 600 und 1.300 Euro an den Verein wenden. Hier bekommen sie nach der Anmeldung und dem Nachweis über die Bescheide monatlich rund 38 Euro. Damit kommen im Jahr 456 Euro zusätzlich in die Kasse.
(Quellen: Ein Herz für Rentner e.V., Deutsche Rentenversicherung, Caritas, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














