Über 500 Jobs betroffen: Chemiekonzern geht in die Insolvenz

Ein weißer Trabant auf einer leeren Straße. Eine Person sitzt im Fahrzeug und ein Blinker ist eingeschaltet. Im Hintergrund sind Fabrikgebäude zu sehen. Es handelt sich um eine industrielle Stadtlandschaft aus den DDR-Zeiten.
Symbolbild © imago/Rainer Unkel

Kurz vor Jahresende ist es offiziell: Ein bekanntes Chemieunternehmen ist in die Insolvenz gerutscht. Nun stehen über 500 Jobs auf dem Spiel. Auch für die betroffene Region ist die Nachricht offenbar ein großer Schock. 

Die Krise in der Chemieindustrie fordert ein weiteres Opfer. Zahlreiche Arbeitnehmer müssen plötzlich um ihre berufliche Zukunft bangen. Ihr Arbeitgeber ist insolvent.

Deutsche Chemieindustrie in der Krise

Eine historisch schlechte Auftragslage und explodierende Kosten belasten die deutsche Chemiebranche. Viele betroffene Firmen blicken pessimistisch in die Zukunft: Sie glauben, dass die Umsätze auch im Jahr 2026 sinken. Von Januar bis August 2025 schrumpfte der Branchenumsatz bereits um fast drei Prozent. Die Abhängigkeit von der Automobilindustrie, in der es ebenfalls kriselt, bekommen die Unternehmen deutlich zu spüren. Kurz vor Jahreswechsel gibt es nun die nächsten Insolvenzfälle.

Über 500 Jobs stehen auf der Kippe 

Mehrere deutsche Tochtergesellschaften des Chemie-Giganten DOMOS aus dem Nachbarland Belgien sind betroffen. Dabei handelt es sich um DOMO Chemicals sowie DOMO Caproleuna, beide ansässig im Chemiepark Leuna in Sachsen-Anhalt. Doch das ist längst nicht alles: Ebenfalls in der Insolvenz ist die dritte Gesellschaft namens DOMO Engineering Plastics. Das Insolvenzgeld sichert zunächst die Löhne der Beschäftigten für drei Monate. Alles Weitere steht für die über 500 betroffenen Angestellten aber offenbar in den Sternen. Denn noch ist unklar, welche Strategie den Firmenverbund retten kann. Grund für die Entwicklung sind finanzielle Schwierigkeiten der Muttergesellschaft. Dazu haben die steigenden Preise und zugleich die rückläufige Nachfrage in der Branche beigetragen.

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Für das weitere Vorgehen stehen verschiedene Optionen im Raum, etwa eine einvernehmliche Lösung mit den Gläubigern. Außerdem sollen Investitionsmöglichkeiten durch neue Investoren geprüft werden. Die DOMO-Gruppe hat ihren Hauptsitz im belgischen Gent. Spezialkunststoffe und -fasern sowie Polymere gehören zur Produktpalette. Das Material wird unter anderem für die Autobranche hergestellt. Trotz der Krise läuft der Geschäftsbetrieb vorerst weiter. Überdies hat das Land Sachsen-Anhalt Hilfe angekündigt. Die dortige Chemieindustrie ist zentral für die Wirtschaft und international bekannt. Ein Aus hätte demnach weitreichende Folgen, etwa Arbeitsplatzverluste.

(Quellen: Chemiewerk Leuna, dpa)