Überwachung bei Burger King: KI schaut jetzt auf die Mitarbeiter

Eine Burger King Filiale an einer Ecke. Davor sammeln sich viele Menschen und drinnen gibt es eine lange Schlange an der Kasse.
Symbolbild © istockphoto/tupungato

Neue KI-Headsets sollen den Arbeitsalltag in US-Filialen effizienter machen und Fehler in Echtzeit verhindern. Doch hinter der Technik steckt auch ein heikles Thema: Überwachung bei Burger King sorgt für hitzige Debatten.

Neue Technik beim Fast-Food-Riesen: Bei Burger King hört jetzt eine KI mit. Offiziell hilft sie – doch viele fragen sich, wer hier wen kontrolliert.

Headsets mit der Stimme „Patty“

In den USA testet die Fast-Food-Kette Burger King derzeit neue Hightech-Headsets für ihre Mitarbeiter. Das Besondere: In den Geräten steckt künstliche Intelligenz. Und die hört mit. Das Projekt trägt den Namen „BK Assistant“ und läuft bereits in rund 500 Filialen. Die Software basiert auf Technologie des ChatGPT-Anbieters OpenAI. Ziel ist es offiziell, Abläufe zu verbessern und das Personal zu unterstützen.

Im Arbeitsalltag klingt das dann so: Eine digitale Stimme namens „Patty“ meldet sich direkt im Ohr der Beschäftigten. Werden bestimmte Produkte knapp, erhalten Führungskräfte sofort eine Warnung. Braucht jemand Hilfe bei einer komplizierten Bestellung, gibt die KI Anweisungen zur Zubereitung. Selbst Hygienevorgaben und Rezepttreue sollen überwacht werden. Fehler erkennt „Patty“ angeblich in Echtzeit – und greift ein. Sogar die digitale Menütafel und die App können automatisch angepasst werden. Ist ein Burger ausverkauft, verschwindet er direkt vom Board. Klingt effizient. Doch der Preis für diese Effizienz sorgt für Diskussionen.

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Unterstützung oder totale Überwachung?

Denn die KI hört nicht nur Maschinen oder Lagerbestände ab, sondern auch Gespräche. Sowohl interne Unterhaltungen als auch der Kontakt mit Kunden werden analysiert. Offiziell soll das die Bestellgenauigkeit steigern und den Service verbessern. Doch Kritiker sprechen von Dauerüberwachung. In sozialen Medien äußern viele Unbehagen. Gesprächsdaten würden ausgewertet, ohne dass Kunden oder Mitarbeiter explizit zustimmen. Ein US-Sprecher des Unternehmens betonte zwar, das Tool sei nicht zur Überwachung einzelner Angestellter gedacht. Allerdings können Manager gezielt nachfragen, wie sich Mitarbeiter im Kundenkontakt schlagen. Eine Form der Leistungsanalyse also – nur eben KI-gestützt.

Und Burger King ist nicht allein. Auch McDonald’s setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz. Dort soll KI sogar Fritteusen überwachen, um Wartungsbedarf frühzeitig zu erkennen. Experimente mit einer KI-Stimme im Drive-in wurden allerdings nach Tests in über 100 Filialen wieder eingestellt. Thibault Roux, Digitalchef bei Burger King, blickt dennoch optimistisch in die Zukunft. Der komplett KI-gesteuerte Drive-in? Wird getestet – aber erst eingeführt, wenn er wirklich funktioniert.

(Quellen: Unternehmensangaben, Datenschutzexperten, dpa)