Umfrage: Bürger wollen neue Zucker-Steuer in Deutschland

Auf einem hellgrünen Untergrund liegen verschiedene Euro-Scheine mit unterschiedlichen Werten. Per Textfeld wurde das Wort "Zuckersteuer" in Schwarz in das Bild eingefügt.
Symbolbild © imago/CHROMORANGE

Laut einer Umfrage zeigen sich die Bürger in Deutschland gegenüber einer Zucker-Steuer aufgeschlossener als noch vor einigen Jahren. Befürworter halten diesen Schritt längst für überfällig.

Eine neue Zucker-Steuer in Deutschland befürworten nun auch die Bürger hierzulande. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung inzwischen gestiegen ist.

„Mehr als die Hälfte“: Erschreckende Zahlen zwingen zum Handeln

Allein die Zahlen hierzulande zeigen, dass in Deutschland etwas gehörig schief läuft. Mehr als die Hälfte aller Deutschen gelten als übergewichtig. Mit 60 Prozent sind Männer häufiger betroffen als Frauen. In der weiblichen Bevölkerung liegt der Anteil bei ca. 46 Prozent. Fast 20 Prozent der Menschen gelten als krankhaft übergewichtig. Zudem steigt das Übergewicht mit dem Alter an. Und auch bei den Kindern und Jugendlichen gibt es Grund zur Besorgnis: Etwa jedes sechste Kind ist übergewichtig.

Übergewicht ist in Deutschland längst kein Wohlstandsproblem mehr. Die Krankenkassen haben bereits angemerkt, dass durch Übergewicht jedes Jahr hohe Kosten entstehen. Dabei ist nicht allein dies das Problem, sondern eher die Folgen und Folgebehandlungen, die notwendig werden. Ein Kostenfaktor, der zusätzlich Öl ins Feuer gießt. Die Kassen rechnen in diesem Jahr mit einem Verlust von 15 Milliarden Euro. Eine Expertenkommission hat inzwischen 66 Maßnahmen vorgestellt, um die Krankenkassen zu entlasten. Eine davon soll eine neue Zucker-Steuer in Deutschland sein.

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Neue Zucker-Steuer in Deutschland: Kritiker befürchten das Ausbleiben der Effekte

Inzwischen spricht sich fast die Hälfte aller Deutschen laut einer Umfrage für eine Zucker-Steuer in Deutschland aus. Dabei soll es erst einmal um die höhere Besteuerung von Softdrinks gehen. Denn Deutschland würde mit einer Menge von 125 Litern pro Kopf jährlich deutlich an der Spitze der Konsumenten stehen. Unstreitig ist unter den Befürwortern auch, dass Softdrinks einen wesentlichen Treiber für Übergewicht, Diabetes und Karies darstellen. Sie schlagen eine Steuer für die Hersteller vor. Je mehr Zucker in den Getränken ist, desto höher soll die Abgabe ausfallen. Mit dem Mehrgeld könne man die Krankenkassen entlasten.

Kritiker sehen die Steuer jedoch skeptisch. Sie meinen, dass Softdrinks allein kein Grund für Übergewicht seien. So spielt bei einer Gewichtszunahme nicht ein einzelnes Produkt die entscheidende Rolle, sondern die Gesamtaufnahme an Kalorien. Deshalb befürchten sie auch, dass eine Zucker-Steuer nicht den gewünschten Effekt erzielen würde. Doch über 100 andere Länder weltweit haben bereits eine solche Steuer eingeführt. Die Statistiken zeigen, dass diese ihre Wirkung hat. Allgemein würden die Hersteller gesündere Produkte auf den Markt bringen als vor der Steuer.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, insa, dpa)