Umsetzen: Neue Heizungs-Regel gilt ab Juli für Millionen Bürger

Ein Heizraum mit einem Regal voller Holzscheite. Sie sind zum Verbrennen und Heizen da. Links steht ein großer roter Heizkasten, dahinter ein Generator, der die Energie in Wärme umwandelt. Die wenigsten Deutschen wollen noch mit Öl und Gas heizen.
Symbolbild © istockphoto/frankoppermann

Ab Juli gilt für Millionen Bürger in Deutschland eine neue Heizungs-Regel. Während sie bei vielen Menschen durchaus auf Akzeptanz stößt, fühlen sich andere davon stark benachteiligt.

Die Bundesregierung hat sich geeinigt, was bedeutet, dass ab Juli für Millionen Bürger eine neue Heizungs-Regel gilt, die sie dann umsetzen müssen. Was für die einen Erleichterung schafft, belastet die anderen noch stärker.

Nun beschlossen: „Zweifeln am Ernst der Angelegenheit“

Bundeskanzler Merz hatte es bereits angekündigt, nun haben sich die Parteien der Regierung geeinigt. Damit fällt das ursprüngliche Hauptziel des Gebäudeenergiegesetzes den Verhandlungen in der Koalition zum Opfer. Und mit diesem Ergebnis fragen sich nun viele Bürgerinnen und Bürger, aber auch Menschen in der Opposition, wie ernst die Bundesregierung den Klimaschutz nimmt.

Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein. Ein großes Problem stellen dabei die Gebäude dar, so Experten. Mit dem ursprünglichen Gesetz wollte man dieses Problems Herr werden. Die Bundesregierung jedoch schlägt alle Argumente der Gegner in den Wind und sieht trotzdem die Erreichung des Klimaziels als machbar an.

Neue Heizungs-Regel ab Juli – „Werden scheitern“

Die Ampelregierung hatte zum Hauptziel des Gebäudeenergiegesetzes erklärt, dass neue Heizungsanlagen in Neubauten installiert werden dürfen, wenn sie wenigstens 65 Prozent erneuerbarer Energien verwenden. Damit wollte man zum einen sicherstellen, dass fossile Brennstoffe wie Öl und Gas an Bedeutung verlieren. Zum anderen wollte man die Mieter schützen, wenn Vermieter aufgrund von Kostenpunkten die günstigeren Gasheizungen einbauen. Mit dem neuen Gesetz fällt dieser Punkt jedoch weg. Hauseigentümer dürfen in Neubauten weiterhin Heizungsanlagen einbauen, die auf fossile Brennstoffe setzen. Gerade Gasheizungen erfreuen sich bei diesen aufgrund ihrer geringen Einbau- und Wartungskosten hoher Beliebtheit bei Vermietern. Sehr zum Leidwesen der Mieter.

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In einem einzigen Satz des Koalitionspapiers heißt es, dass Regelungen gefunden werden müssen, um Mieter vor enormen Heizkosten zu schützen. Kritiker sehen rot, nicht nur wegen der Mieter, sondern auch wegen des Umweltschutzes. Auf diese Weise würde man das Klimaziel bis 2045 nicht schaffen. Zwar sieht das neue Gesetz ab 2028 vor, dass dem Gas ein bestimmter Prozentsatz an Biogas beigefügt sein soll. Das neue Gesetz zielt jedoch vorwiegend auf Flexibilität und Technologieoffenheit ab. Ob es die Wirkung erzielt, um dem Klimaschutz zu helfen, zeigt erst eine Auswertung im Jahr 2030. Diese findet jedoch erst nach der Wahl der neuen Regierung statt.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)