Urin wegmachen: Gemeinde führt Pipi-Pflicht für Hundehalter ein

Ein kleiner, zotteliger Hund mit hellbraunem Fell und weißer Schnauze steht auf Pflastersteinen. Der Hund trägt eine rote Jacke und befindet sich an einer Hundeleine. Zwischen den hinteren Beinen liegt ein Stück Kot.
Symbolbild © imago/localpic

Hundekot einzusammeln gehört für Hundehalter längst zum Alltag. In einer Schweizer Grenzgemeinde geht man jetzt jedoch einen Schritt weiter: Künftig müssen Herrchen und Frauchen den Urin ihrer Vierbeiner beseitigen. 

Die neue Regel gilt in der Tessiner Gemeinde Chiasso an der Grenze zu Italien. Ab Mitte August sind Hundehalter verpflichtet, beim Spaziergang eine Flasche Wasser oder einen ähnlichen Behälter mitzuführen. Uriniert ein Hund an Hauswände, Laternen, Gehwege oder andere öffentliche Bereiche, soll die Stelle unmittelbar mit Wasser abgespült werden. Wer sich nicht an die neue Vorschrift hält, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Beschwerden aus der Bevölkerung: Pipi-Pflicht für Hundehalter ab August

Mit der Maßnahme reagiert die Gemeinde auf zahlreiche Beschwerden aus der Bevölkerung. Vor allem in den Sommermonaten habe der intensive Geruch von Hundeurin in engen Straßen und auf stark frequentierten Gehwegen immer wieder für Ärger gesorgt. Gleichzeitig greifen die Rückstände Pflanzen an und können auf Dauer auch Fassaden, Pfosten oder andere öffentliche Einrichtungen beschädigen.

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Die Verantwortlichen betonen, dass es nicht darum gehe, Hundebesitzer zu schikanieren. Vielmehr solle das Stadtbild sauberer bleiben und der Reinigungsaufwand für die Kommune sinken. Gerade in einer dicht bebauten Innenstadt, in der viele Hunde unterwegs sind, summieren sich die Verschmutzungen über den Tag.

Hohe Strafen drohen für Hundehalter: Den Urin sofort entfernen

Wer die neue Vorschrift ignoriert, muss nach einer Verwarnung mit einem Bußgeld von 100 Schweizer Franken rechnen. Damit gilt eine neue Pipi-Pflicht für die Hundehalter. Zusätzlich will die Gemeinde Hinweisschilder aufstellen, um Einheimische und Besucher über die neuen Regeln zu informieren.

Auch in Deutschland gibt es vielerorts Vorschriften zum Entfernen von Hundekot. Eine Verpflichtung, Hundeurin mit Wasser wegzuspülen, existiert bislang jedoch nicht. Die Entscheidung aus Chiasso zeigt dennoch, dass Kommunen zunehmend nach neuen Lösungen suchen, um öffentliche Plätze sauber zu halten – insbesondere dort, wo viele Menschen und Hunde auf engem Raum zusammenkommen.

(Quellen: Gemeinde Chiasso, RSI Radiotelevisione svizzera, Corriere del Ticino)