
Der Fachkräftemangel macht auch vor der Fleischtheke nicht halt. Immer weniger Menschen wollen in einer Metzgerei oder Fleischerei arbeiten. Besonders unter jungen Leuten zeichnet sich ein deutlich veganer Trend ab.
Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) hat erschreckende Ergebnisse offengelegt. Denen zufolge ist der Beruf der Fleischfachverkäufer in Deutschland kurz vor dem Aussterben.
Kaum noch Personal der Fleischtheke
Dass es in Deutschland an gut ausgebildetem Nachwuchs – insbesondere in Handwerksberufen – fehlt, ist schon lange bekannt. Die meisten jungen Leute zieht es an die Universität oder in Büro-Jobs. Immer mehr Betriebe sehen deshalb keine Zukunft und müssen schließen. Besonders für kleinere Familienbetriebe, wie Metzgereien oder Bäckereien, die oftmals eine jahrzehntelange Tradition pflegen, ist so ein Ende besonders hart. Das KOFA hat nun Bilanz zum vergangenen Jahr gezogen, und das Fazit ist alarmierend.
Zwar sei der Fachkräftemangel um knapp ein Viertel zurückgegangen. Trotzdem weisen bestimmte Berufsgruppen massive Lücken auf. In keiner Gruppe sei der Rückgang zuletzt so stark gewesen wie bei Fleischfachverkäufern. Demnach blieben aufgrund mangelnder Qualifikation mehr als 4.600 Stellen in diesem Bereich unbesetzt. Ein Grund liege im demografischen Wandel. Schon in den Jahren zuvor seien mehr als ein Drittel der Fleischfachverkäufer älter als 55 Jahre gewesen und somit nicht weit vom Rentenalter entfernt. Doch es fehlt an allen Ecken und Enden Nachwuchs. Viele Betriebe führen den Mangel auch auf das mittlerweile schlechte Image des Fleischkonsums zurück. Gerade unter der jüngeren Bevölkerung etabliere sich aus Tierschutzgründen sowie Umwelt- und Klimaschutz zunehmend ein vegetarischer oder gar veganer Lebensstil.
An der Fleischtheke: Fachkräfte kommen aus dem Ausland
Da sich die Suche nach qualifiziertem Personal hierzulande zunehmend schwieriger gestaltet, ergreifen Fleischerei– und Metzgereibetriebe besondere Maßnahmen. So haben bereits mehrere Handwerkskammern ein Projekt ins Leben gerufen, das junge Leute aus dem Ausland nach Deutschland zieht. Immer mehr Betriebe suchen auch auf eigene Faust in weiter Entfernung. Was zunächst etwas kurios wirkt, scheint jedoch zu funktionieren. Viele der Auszubildenden kommen aus Indien – ausgerechnet dort, wo die Kuh als heilig gilt. Die Inhaberin einer Metzgerei in Bad Bellingen bei Freiburg betont jedoch, dass die jungen Leute durchaus wüssten, vorauf sie sich einlassen und dankbar für die Chance seien.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














