Verbraucherschützer alarmiert: Strompreise steigen weiter in Deutschland

Symbolbild

Die Strom und Gaspreise ziehen weiter an in Deutschland – Viele Verbraucher können die Preise kaum noch zahlen.

Verbraucherschützer wollen horrende Strom- und Gaspreise für Neukunden im Südwesten verhindern. Hintergrund ist, dass viele Kunden derzeit ihre Verträge verlieren und zunächst in die Ersatzversorgung aufgenommen werden müssen.

«Das Schlimme an der ganzen Geschichte ist, dass die Ersatz- und Grundversorgungschweineteuer geworden ist», sagte Matthias Bauer, Energieexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.Noch vor Weihnachten habe Strom durchschnittlich etwa brutto 32 Cent pro Kilowattstunde gekostet. Inzwischen werden Bauer zufolge von einigen Grundversorgern im Südwesten schon Preise deutlich über einem Euro verlangt. Die Anbieter reagieren damit auch auf drastische Preissteigerungen auf den europäischen Energiehandelsplätzen.Die Verbraucherschützer wollen die Energiekartellbehörden des Landes einschalten und mit konkreten Marktverstößen konfrontieren. Sie bemängeln, dass manche Anbieter seit einiger Zeit zwischen Neu- und Bestandskunden unterscheiden. Dabei müssen Neukunden oft deutlich mehr zahlen.

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Dies sei rechtswidrig. Den Kunden sei zu raten, die Firmen anzuschreiben und sich zu beschweren. Am Donnerstag hatte bereits die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mitgeteilt, dass sie drei Grundversorger wegen der Aufspaltung der Energietarife für Neu- und Bestandskunden abgemahnt habe.Der Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Klaus Eder, hält die Kritik für «überhaupt nicht gerechtfertigt». In der Grundversorgung seien viele sozial schwache Kunden, die mangels Bonität kein Angebot von anderen Versorgern erhalten. Wer dagegen auf die höchste Einsparung setze,bezahle dies mit einem höheren Risiko. «Deshalb sind die gesplitteten Grundversorgungstarife auch ein Gebot sozialer Gerechtigkeit.»Zuletzt haben viele Verbraucher aufgrund der angespannten Lage an den Strommärkten Vertragskündigungen von ihren Versorgern erhalten – oft handelte es sich um Billiganbieter. Laut Bundesnetzagentur hatten in Deutschland bis Ende 2021 mindestens 38 Anbieter angezeigt, die Stromlieferung beenden zu wollen. /dpa