
In den letzten Wochen und Monaten haben viele Haushalte Kaminöfen genutzt, um ihre Häuser zu beheizen. Nun drohen den Bürgern Bußgelder, da viele dieser Öfen vor dem Aus stehen.
Für viele Menschen steht der Kamin für Behaglichkeit und Unabhängigkeit von Gas und Öl. Alte Feuerstätten geraten zunehmend ins Visier der Behörden. Wer einen Ofen betreibt, der älter als 15 Jahre ist und die geltenden Grenzwerte nicht einhält, muss nachrüsten, sonst drohen Bußgelder oder sogar eine Stilllegung des Ofens.
Kontrollen: Hohe Bußgelder drohen für zu alte Kaminöfen
Hintergrund sind strengere Regeln zum Schutz von Klima und Gesundheit. Alte Kaminöfen stoßen deutlich mehr Feinstaub und Schadstoffe aus als moderne Geräte. Deshalb schreibt der Gesetzgeber vor, dass viele Modelle mit einem Partikelfilter ausgestattet oder komplett ersetzt werden müssen. Die bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger sind für die Kontrolle zuständig. Im Rahmen der regelmäßigen Feuerstättenschau prüfen sie, ob ein Ofen den aktuellen Anforderungen entspricht.
Wer die Fristen ignoriert, riskiert empfindliche Strafen. Je nach Bundesland können Bußgelder in Höhe von mehreren Hundert Euro verhängt werden. Im Extremfall kann die weitere Nutzung untersagt werden, bis der Ofen technisch aufgerüstet wurde. Für viele Haushalte kommt diese Regelung überraschend, obwohl sie bereits seit Jahren gilt. Oft wurde sie jedoch unterschätzt oder verdrängt.
Pflicht für jeden Bürger: Viele Kaminöfen vor dem Aus
Allerdings trifft die Pflicht nicht jeden. Für einige Kaminarten gelten Ausnahmen, etwa für historische Einzelstücke, Kochherde oder Öfen, die man nachweislich nur selten nutzt. Auch besonders alte Anlagen, die vor bestimmten Stichtagen eingebaut wurden, können unter den Bestandsschutz fallen. Ob eine Nachrüstung notwendig ist, hängt vom Typenschild, dem Baujahr und den gemessenen Emissionswerten ab.
Experten raten Ofenbesitzern deshalb, frühzeitig das Gespräch mit dem Schornsteinfeger zu suchen. Oft lässt sich durch einen vergleichsweise günstigen Filter eine Stilllegung vermeiden. Gleichzeitig ist zu prüfen, ob sich eine Modernisierung langfristig lohnt, denn neue Kaminöfen verbrauchen weniger Brennstoff, stoßen weniger Schadstoffe aus und können die Heizkosten sogar senken.
(Quellen: Bundes-Immissionsschutzverordnung, Schornsteinfegerhandwerk, Umweltbundesamt)














