Viele wissen es nicht: Hinter Eigenmarken stecken große Namen

In einem Supermarkt oder Discounter stehen auf mehreren Holzpaletten unterschiedliche Arten von Softdrinks. Dabei handelt es sich um die Eigenmarke des Lebensmittelmarktes. Man sieht Cola-Limonade, Zitronen- und Orangenlimonade, als herkömmliche und als Variante ohne Zucker.
Symbolbild © imago/Sven Simon

Zwischen Eigenmarken und großen Namen bestehen deutliche Preisunterschiede, weshalb man gerne zu den günstigeren Produkten greift. Doch viele Verbraucher wissen gar nicht, dass die Eigenmarken von großen und bekannten Herstellern produziert werden.

Große und bekannte Namen, denen günstige Eigenmarken gegenüberstehen – viele können sich kaum vorstellen, dass dahinter oftmals dieselben Produzenten stecken. Dabei ist dies eine grundlegende Strategie.

Bis zu 30 Prozent günstiger: Verbraucher greifen zu billigeren Lebensmitteln

Verbraucher kaufen massiv mehr Eigenmarken. Angetrieben durch die anhaltende Inflation und spürbare Preissteigerungen im Lebensmitteleinzelhandel erleben Handelsmarken wie Ja!, Gut & Günstig oder Milsani einen historischen Boom. Sie haben sich vom reinen Billig-Image befreit und sind für einen Großteil der Bevölkerung zur festen Einkaufsoption geworden. Der Marktanteil von Eigenmarken in Deutschland ist auf den Rekordwert von 47 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 lag dieser Anteil am Gesamtumsatz noch bei rund 41 Prozent.

15 der 17 reichweitenstärksten klassischen Dachmarken in Deutschland haben laut Marktforschung Käufer verloren. Der Umsatz der großen Markenhersteller stieg zuletzt oft nur noch, weil sie die Preise angehoben hatten. Die tatsächlich verkaufte Menge ging jedoch zurück.

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Je nach Supermarkt steckt eine andere große Marke hinter der Eigenmarke

Hinter vielen der günstigen Eigenmarken von Kaufland beispielsweise stecken namhafte Markenhersteller, die ihre Produktionskapazitäten nutzen, um parallel preiswertere No-Name-Produkte für den Lebensmitteleinzelhandel abzufüllen. Wer zum Beispiel zu den Artikeln von K-Classic oder K-Bio greift, kann im selben Werk hergestellte Lebensmittel zu einem Bruchteil des Markenpreises erhalten. Von Iglo kommt der K-Classic Junger Spinat. Frosta produziert die K-Classic Knusperfilets. Und der K-Classic Sahne Joghurt kommt von der Molkerei Bauer.

Auch wenn die Artikel auf denselben Bändern produziert werden, betonen Experten, dass die Rezepturen nicht immer exakt identisch sein müssen. Markenhersteller passen die Zutaten für Eigenmarken häufig an, um die günstigeren Preise zu realisieren. So kann eine No-Name-Variante beispielsweise einen geringeren Fruchtanteil im Joghurt aufweisen oder auf alternative Bindemittel setzen. Ein kurzer Vergleich der Zutatenliste und Nährwerttabelle direkt im Markt verschafft Klarheit.

(Quellen: Verbraucherzentrale, Lebensmittelpraxis.de, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)