
Gerade erst hatte Lidl Tiefkühlbeeren aus dem Sortiment zurückgerufen, nun weitet sich die Rückrufaktion auf weitere Discounter aus. Grund dafür: Die Beeren könnten von einem Virus befallen sein.
Wer jetzt noch Beeren im Gefrierfach hat, sollte ganz genau hinsehen: Die Rückrufwelle erfasst immer mehr Regale, und die Liste der betroffenen Verkaufsstellen wächst rasant.
Virus-Alarm in Tiefkühlbeeren
Eigentlich soll Tiefkühlobst dafür sorgen, dass man auch außerhalb der Saison in den Genuss der gesunden Früchte kommt. Die Bio-Beerenmischungen von Jütro, die zum Sortiment von Aldi, Lidl und Netto gehören, sind dabei besonders beliebt. Doch ausgerechnet die Tiefkühlbeeren des Herstellers aus Sachsen-Anhalt können derzeit krankmachen. Wegen des Verdachts auf Noroviren ruft Jütro selbst aktuell sämtliche Chargen mit den Mindesthaltbarkeitsdaten zwischen Februar und April 2028 zurück.
Betroffen sind die 300-Gramm-Packungen der Bio-Eigenmarken der jeweiligen Discounter. Bei Lidl handelt es sich um die „Freshona Bio Beerenmischung“, bei Netto die „BioBio Beerenmischung“ und bei Aldi Süd und Aldi Nord betrifft es ebenfalls die Eigenmarke „Bio Beerenmischung“. Betroffene Kunden können diese auch ohne Kassenbeleg in den entsprechenden Märkten zurückgeben und bekommen den Kaufpreis erstattet. Um eine mögliche Infektion zu vermeiden, sollte man das Produkt keinesfalls – auch nicht erhitzt – verzehren.
Hochansteckend: Das Virus und seine Gefahren
Das Norovirus ist besonders für Kinder und ältere Menschen gefährlich, da es aufgrund der Symptome zu erheblichem Flüssigkeitsverlust kommen kann. Die Krankheitssymptome entwickeln sich innerhalb weniger Stunden oder Tage und äußern sich meist durch plötzlich auftretenden Brech-Durchfall. Die Übertragung erfolgt über eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Dafür reichen schon kleinste Spuren von Stuhl oder Erbrochenem an den Händen oder unmittelbar in der Luft aus. Da das Virus als hochansteckend gilt, kommt es häufig in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kindergärten, Schulen, Pflegeheimen oder Krankenhäusern zu größeren Ausbrüchen.
Neben Türgriffen, Lichtschaltern und Armaturen kann sich der Erreger auch über Nahrungsmittel verbreiten. Besonders rohe Lebensmittel wie Obst und Gemüse (dazu zählen auch Tiefkühlbeeren), aber auch Schalentiere oder verunreinigtes Wasser können zu einer Ansteckung führen. Wer sich infiziert, sollte viel Flüssigkeit zu sich nehmen, um einer Dehydrierung vorzubeugen. Größtenteils klingen heftige Symptome nach 2 bis 3 Tagen wieder ab.
(Quellen: BfR, RKI, BVL)














