Vom Aussterben bedroht: Dieses seltene Tier ist neu im Karlsruher Zoo!

Foto: Stadt Karlsruhe

Mit der Socorrotaube lebt eine Rarität im Exotenhaus

Zoo beteiligt sich an Artenschutzprogramm / In Ursprungsland ausgerottet

Der Zoo Karlsruhe ist um eine für den Artenschutz sehr wichtige Tierart reicher: Seit kurzem kann im Exotenhaus eine Socorrotaube beobachtet werden. Die Socorrotaube wurde auf ihrer Heimatinsel vor der west-mexikanischen Küste ausgerottet – durch menschliche Bejagung, vor allem aber durchverwilderte Hauskatzen. 1972 wurde das letzte Tier im Freiland gesehen, rund 100 Tiere überlebten in Privat- und Zoohaltung. Mit einer männlichen Socorrotaube steigt der Zoo Karlsruhe nun in ein entsprechendes Projekt zur Erhaltung der Art ein.

„Wir hoffen, bald auch noch ein Weibchen zu bekommen“, erläutert Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. Das Zuchtbuch im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für die Socorrotaube wird im Zoo Frankfurt geführt. Von dort kam vor wenigen Wochen auch das erste Tier. Nach einer Quarantänezeit konnte die Taube in der großen Halle des Exotenhauses frei gelassen werden. „Sie hat sich gut eingelebt“, berichtet der Zoo-Chef. Dabei seien die Tauben nicht immer ganz so einfach. „Sie können auch recht aggressiv gegenüber anderen Vögeln werden“, erläutert Reinschmidt: „Das konnten wir zum Glück bislang nicht beobachten.“ Aber es gibt einen Plan B. „Tauchen doch noch Probleme auf, könnte die Taube in einer Voliere gehalten werden“, sagt Reinschmidt.
Für den Karlsruher Zoo ist die Beteiligung an diesem Artenschutzprojekt ein besonderes Anliegen. Auch in ihrer eigentlichen Heimat, der Insel Socorro, wird daran gearbeitet, eine Rückkehr zu ermöglichen. Es wurden bereits Volieren errichtet, erste Tiergruppen leben bislang in geschützter Haltung. Mit weiteren Nachzuchten aus verschiedenen Zoos sollen die Tiere vergesellschaftet werden. Sobald das Problem der verwilderten Katzen auf der Insel gelöst wurde, ist eine Wiederansiedlung geplant. „Es wäre doch schön, wenn wir mit Nachwuchs aus Karlsruhe unseren Teil dazu beitragen könnten“, betont Reinschmidt.