
Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steht unter anderem die große Rentenreform erneut im Mittelpunkt der Diskussionen. Kritisiert wird insbesondere die Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 45 Jahren, die primär bei Bürgern in Ostdeutschland offenbar für Unmut sorgt.
In Sachsen-Anhalt hat die CDU ein historisch schlechtes Ergebnis bei der Landtagswahl erzielt. Das wirft Fragen und Zweifel rund um die geplante Rentenreform auf Bundesebene auf.
Geplantes Aus der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren
Wer in den wohlverdienten Ruhestand geht, will sich keine Sorgen um die Finanzen machen. Allerdings steigt die Zahl der armutsgefährdeten Rentner stetig an. Beinahe 20 Prozent der über 65-Jährigen sind betroffen. Zudem müssen Beschäftigte sich gut überlegen, ob sie schon vor dem regulären Rentenalter aus dem Arbeitsleben ausscheiden möchten. Eine Frührente geht üblicherweise mit finanziellen Einbußen einher.
Wer allerdings 45 Beitragsjahre nachweisen kann, darf nach aktuellem Stand auch ohne Abschläge früher in die Rente. Die Regelung wird im Volksmund und in den Medien noch immer als „Rente mit 63“ bezeichnet. Genau genommen handelt es sich für die aktuellen Jahrgänge allerdings um eine „Rente mit 64“ ‒ und für nach 1964 Geborene ist die Frührente mit 65 Jahren möglich. Genau diese Art des Renteneintritts steht aktuell im Fokus der politischen Debatte: Das Aus der Frührente nach 45 Jahren ohne Abschläge plant die aktuelle Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz, der nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt jedoch erneut unter Druck steht.
Nach historisch schlechtem Wahlergebnis: Große Rentenreform steht im Fokus
Bei der geplanten Änderung handelt es sich um eine konkrete Empfehlung der Alterssicherungskommission. Für die Reform der Rente hatte diese im Juni 2026 insgesamt 33 Empfehlungen vorgelegt. Umfragen belegen, dass die Rentenpläne vorrangig im Osten des Landes auf Kritik stoßen und von vielen Bürgern abgelehnt werden. Die für die Regierung besorgniserregenden Wahlergebnisse ‒ die Kanzlerpartei CDU konnte lediglich 17,2 Prozent erreichen ‒ verschärfen den Diskurs erneut. An der geplanten Reform hält Merz jedoch nach wie vor fest. Nun bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.
(Quellen: Bundesregierung, BMAS, DRV)














