Wandel beginnt: Nachbarland schafft die ersten Geldautomaten ab

Eine ältere Frau steht vor einem Geldautomaten in einer Bank. Sie schiebt ihre Karte in den Automaten und schaut auf den kleinen Bildschirm.
Symbolbild © istockphoto/Miguel Angel Flores

In vielen Geschäften entbrennt derzeit eine Debatte um die Zukunft des Bezahlens. Einige Händler akzeptieren nur noch Karten, andere schränken Bargeld zumindest ein. Ein Nachbarland schafft nun die ersten Geldautomaten ab.

Wer ausschließlich auf Kartenzahlung setzt, schließt Menschen ohne Kreditkarte oder Smartphone faktisch aus. Zudem wächst die Sorge vor einer schleichenden Abschaffung des Bargelds, das für viele ein Stück Selbstbestimmung bedeutet. Auch Geldautomaten werden nun modernisiert.

Bargeld verschwindet aus dem Alltag

Kartenzahlungen bieten zweifellos Vorteile. Kunden zahlen kontaktlos, sparen Zeit und behalten über Apps oder Kontoauszüge den Überblick über ihre Ausgaben. Händler reduzieren den Aufwand für Wechselgeld und minimieren das Risiko von Diebstahl. Gleichzeitig ermöglicht die digitale Zahlung eine nahtlose Integration in Buchhaltungssysteme. Dennoch punktet auch Bargeld. Es funktioniert ohne Internet, ohne Akku und ohne technische Hürden. Wer bar zahlt, wahrt zudem ein hohes Maß an Privatsphäre, da keine Datenspur entsteht. Außerdem hilft Bargeld vielen Menschen, ihre Ausgaben bewusster zu steuern.

Nachbarland schafft Geldautomaten ab und modernisiert sein Bankennetz

Auch in Frankreich verändert sich das Bankwesen spürbar. Immer mehr Menschen überweisen online oder zahlen mit Karte, während Scheine und Münzen im Alltag an Bedeutung verlieren. Vor diesem Hintergrund hinterfragen Banken das Netz klassischer Geldautomaten. Frankreichs Banken stellen ihr Automatennetz grundlegend neu auf. Die vertrauten Geldautomaten, die jahrzehntelang zum Straßenbild gehörten, verlieren zunehmend ihren Platz. Viele Institute bauen Standorte ab oder ersetzen bestehende Geräte durch moderne Systeme mit erweitertem Funktionsumfang. Damit verschwindet das klassische Modell schrittweise aus dem Alltag.

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Im Mittelpunkt des Projekts stehen neue Serviceautomaten, die deutlich mehr Funktionen vereinen. Nutzer heben dort nicht nur Geld ab, sondern zahlen auch Scheine oder Schecks direkt ein. Das System erkennt nach dem Einstecken der Karte automatisch die jeweilige Bank und zeigt die vertraute Oberfläche an. Kunden müssen deshalb keine zusätzlichen Gebühren befürchten, selbst wenn sie einen Automaten außerhalb ihres eigenen Filialnetzes nutzen. Die beteiligten Institute planen mehrere tausend solcher Standorte bis Ende 2026, sowohl in bestehenden Filialen als auch an eigenständigen Punkten im öffentlichen Raum.

(Quellen: Europäische Zentralbank, Sparkasse, Deutsche Bank, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)