War ausgestorben: Seltener Aasfresser taucht in Deutschland auf

Ein Greifvogel fliegt durch die Lüfte, es ist keine Wolke am Himmel zu sehen. Die Vögel stehen unter Naturschutz und dürfen nicht gejagd werden.
Symbolbild © istockphoto/mauribo

Wer derzeit in einigen Regionen Deutschlands aufmerksam in den Himmel blickt, könnte einem seltenen Anblick begegnen. Immer häufiger taucht ein seltener Aasfresser auf. Die riesigen Gänsegeier galten in Deutschland über viele Jahrhunderte als verschwunden und waren als Brutvögel längst aus der heimischen Natur verschwunden. Nun sorgen einzelne Tiere wieder für Aufsehen.

Der Gänsegeier gehört zu den größten flugfähigen Vögeln Europas. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,80 Metern wirkt er am Himmel beinahe wie ein kleiner Segelflieger. Besonders beeindruckend ist sein ruhiger Flug. Ohne große Flügelschläge nutzt der Vogel die Thermik und kann stundenlang über Landschaften kreisen.

Ausgestorben: Aasfresser in Deutschland wieder aufgetaucht

Sein schlechter Ruf ist dabei vollkommen unbegründet. Der Gänsegeier jagt keine Menschen und greift auch keine lebenden Tiere an. Stattdessen ernährt er sich fast ausschließlich von bereits verendeten Tieren. Damit übernimmt er eine wichtige Aufgabe in der Natur. Kadaver werden schnell beseitigt, wodurch die Ausbreitung von Krankheiten eingedämmt werden kann. Experten bezeichnen die Tiere deshalb oft als Gesundheitspolizei der Natur.

Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Begegnungen mit einem Gänsegeier in Deutschland eine absolute Ausnahme. Inzwischen häufen sich die Sichtungen jedoch. Die Ursache liegt primär im Erfolg internationaler Schutzprogramme. Besonders in Spanien und Frankreich haben sich die Bestände deutlich erholt. Von dort aus unternehmen vorwiegend jüngere Tiere immer weitere Streifzüge und erreichen dabei auch Deutschland.

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Naturschutzmaßnahme: Sichtungen bleiben ein besonderes Erlebnis

Immer wieder melden Naturbeobachter Sichtungen in Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen. Manche Vögel bleiben nur wenige Stunden in einer Region, andere mehrere Tage. Für Ornithologen sind solche Beobachtungen ein erfreuliches Zeichen dafür, dass sich die Populationen in Europa stabilisiert haben. Von einer dauerhaften Rückkehr als Brutvogel kann allerdings noch keine Rede sein.

Bislang handelt es sich überwiegend um einzelne Gäste auf Wanderschaft. Dennoch zeigt die Entwicklung, dass erfolgreiche Naturschutzmaßnahmen bedrohten Arten neue Chancen eröffnen können. Wer einen Gänsegeier entdeckt, sollte Abstand halten und das Tier nicht stören. Die Vögel sind scheu und meiden normalerweise den direkten Kontakt mit Menschen. Für Naturfreunde bleibt eine Sichtung dennoch ein besonderes Erlebnis. Schließlich bekommt man einen Vogel dieser Größe und Seltenheit in Deutschland nur außergewöhnlich zu Gesicht.

(Quellen: NABU, LBV, WWF)