
Experten machen sich Sorgen, denn das Blackout-Risiko steigt in Deutschland mit den Jahren dramatisch an. Schuld daran ist ausgerechnet die Energiewende, die uns umweltfreundlich in die Zukunft führen soll.
Deutschland zählt als eines der sichersten Länder in Bezug auf Stromausfälle. Doch Experten warnen vor einer falschen Sicherheit und belegen, dass das Blackout-Risiko hierzulande innerhalb der nächsten Jahre deutlich steigen wird.
Ein mahnendes Beispiel und doch die Ausnahme: Bürger in tagelangem Blackout
Am 5. Januar waren plötzlich 45.000 Menschen in Deutschland von der Stromversorgung abgeschnitten. Schuld an diesem Blackout war nicht das Wetter, sondern eine kriminelle Vereinigung: die Vulkangruppe. Innerhalb von Sekunden entstand durch Brandstiftung ein flächendeckender Stromausfall. Viele Menschen mussten ganze fünf Tage ausharren oder vorübergehend umziehen, um den Blackout zu überstehen.
An diesem Beispiel konnte man sehr schnell erkennen, dass ein flächendeckender Stromausfall auch in einem hochentwickelten Industrieland wie Deutschland vorkommen und die betroffenen Stadtteile in Chaos stürzen kann. Zwar bleibt ein solcher Blackout eher die Ausnahme. Doch Experten warnen davor, dass die Blackout-Gefahr in Deutschland mit den kommenden Jahren noch zunehmen könnte – und das nicht aufgrund von geplanten Anschlägen.
Blackout-Risiko steigt: Experten warnen vor Wiegen in trügerischer Sicherheit
Die Bürger Deutschlands sowie die verantwortlichen Politiker würden sich in trügerischer Sicherheit wägen, so die Experten. Sie vertrauen auf den „Saidi“, den sogenannten System Average Interruption Duration Index. Dieser gibt an, wie lange die Deutschen im Schnitt in der Vergangenheit ohne Strom auskommen mussten. Der Zeitraum liegt in Deutschland bei 11,7 Minuten, womit das Land zu einem der sichersten in der Welt zählt. Doch genau dies sei falsch, bemängeln Fachleute. Denn bereits ein Stromausfall von wenigen Sekunden könne verheerende Folgen haben, wie andere Beispiele zeigen – wenn beispielsweise Straßenbahnen ausfallen oder in Werken der Strom auch nur für wenige Sekunden ausfällt.
Dieses Problem wird laut Experten in Deutschland mit den kommenden Jahren noch zunehmen. Denn aufgrund der Energiewende und dem stetig wachsenden Anteil an erneuerbaren Energien würde der Strom dezentralisiert und somit nicht mehr auf einzelne Großunternehmen zentriert. Er verteile sich stattdessen auf viele kleine Privatpersonen. Deutschland müsse für solche Fälle für genügend Sicherheit und Standards sorgen, so der Appell der Fachleute.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Entso-E, WELT)














